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Kuratieren im Kontext. Workshop zu künstlicher Programmgestaltung und Konzeptarbeit

Gastvortrag im Bereich Artistic Research im Sommersemester 2025/26

Do, 19.März 2026, 10:00-15:00 
Räumlichkeiten des Doktorats
Bräunerstraße 5, 1010 Wien

Abstract

Was gehört zur Konzeption eines künstlerischen Programms mit Bezug zu sozialen, politischen oder ökologischen Fragen? Wie lässt sich die Arbeit von Kulturschaffenden in den Kontext einer unsicheren Welt einbinden? Wie können wissenschaftliche Erkenntnisse die Kunst um einen wesentlichen Aspekt bereichern? Was macht ein gutes Programm aus, das in seinem Kern essentiell und relevant ist?

Aus dem Bedürfnis, sich mit aktuellen gesellschaftlichen, wissenschaftlichen oder persönlichen Themen auseinanderzusetzen, entsteht immer wieder die Frage: wie baut man Konzepte, die die Ausführenden und das Publikum gleichermassen in Tiefe und Dringlichkeit erreichen? Welche musikalischen, performativen, literarischen, sonoren oder visuellen Ebenen lassen sich in die Gestaltung eines kulturellen „Produkts“, das meist auch auf dem Markt bestehen muss, miteinander verbinden? Was braucht es, damit ein Konzept inhaltlich, künstlerisch, pragmatisch, poetisch und wissenschaftlich überzeugt? Wie wählt man weise, fundiert, künstlerisch sinnvoll und praktisch machbar Werke, Techniken, Orte, Menschen?

Anhand von Beispielen aus der musikalisch-szenischen Praxis erarbeitet Chorleiterin Abélia Nordmann im Austausch mit den Arbeitsbereichen und Interessen der Studierenden Wege und Mittel zur Gestaltung eines starken Programms.

Organisation: Univ.-Prof.in Dr.in Wiebke Rademacher
Im Rahmen von: Portfolioseminar MAE 01 und 03.
Zielgruppe: offen für alle Richtungen.

 

Externe Vortragende: Abélia Nordmann M.A.


Abélia Nordmann leitet Chöre, Ensembles und Produktionen in Basel und Bern und in den Nachbarländern der Schweiz. Sie ist Dirigentin des Kinderchors der Bühnen Bern und des contrapunkt chor; als Teil der künstlerischen Leitung von vokal:orgel zeichnet sie für Programmkonzepte und wissenschaftliche Hintergrundarbeit verantwortlich. Mit TRËI (Nordmann, Şimşek, Miribung) ist sie im In- und Ausland mit szenischen Konzertprojekten aus vocal folk aus verschiedenen Kulturen und eigenen Kompositionen zu hören. Abélia Nordmann leitete den Kammerchor Ensemble Choeur3, den Kinder- und Jugendchor Lörrach, das ensemble liberté und das kollektiv novantik und initiierte die singenden Frauenrechtlerinnen Fimmene!. Ihre Stücke und Arrangements werden von Kinder- und Erwachsenenchören gesungen. Abélia Nordmann ist Mitglied des Künstlerischen Beirats des Europäischen Jugendchorfestivals Basel und Mitglied des Kulturrats Baselland. Szenische Projekte, Konzeptarbeit und Chorimprovisation bilden den Schwerpunkt ihres Engagements; Abélia Nordmanns Projekte begegnen dabei immer auch sozialen und politischen Fragen. 2016 erhielt ihre Arbeit den Förderpreis Musik des Kantons Basel-Landschaft.
 

www.abelianordmann.org

 

WISSENSCHAFT – KUNST – DEMOKRATIE

Universitäten in der Verantwortung

veranstaltet vom Interuniversitären Forschungsnetzwerk Elfriede Jelinek 
der Universität Wien und der Musik und Kunst Privatuniversität der Stadt Wien 
und dem Elfriede Jelinek-Forschungszentrum

 

Di, 21. April 2026, 18:00 
MUK.podium
Musik und Kunst Privatuniversität der Stadt Wien, Johannesgasse 4a, 1010 Wien 

Do, 23. April 2026, 18:00
Alte Kapelle
Campus der Universität Wien, Spitalgasse 2, Hof 1, Eingang 2.8, 1090 Wien

 

Das interuniversitäre Symposium „WISSENSCHAFT – KUNST – DEMOKRATIE: Universitäten in der Verantwortung“ ist Teil des Projekts „Wissenschaft – Kunst – Demokratie“, das aktuell vom Interuniversitären Forschungsnetzwerk Elfriede Jelinek durchgeführt wird und sich der Rolle von Wissenschaft und Kunst angesichts der Erosion demokratischer Verbindlichkeiten durch populistische Politiken und autoritäre Kräfte widmet.

Welchen Herausforderungen müssen sich Wissenschaft und Kunst sowie Kunstinstitutionen und Wissenschafts- und Kunst-Universitäten stellen? Welche Versäumnisse und Defizite müssen sie eingestehen, welche Verantwortung sollen sie übernehmen?

Elfriede Jelinek dekonstruiert in ihren Texten globale Mechanismen propagandistischer Massenmobilisierung und die Bereitschaft, sich von Bildern und Parolen verführen zu lassen. Sie warnt vor der Zerstörung demokratischer Strukturen und der Zuspitzung gefährlicher ökonomischer und medialer Dynamiken.

Vor diesem Hintergrund fragen die Vorträge und Gespräche von Teilnehmenden aus Wissenschaft, Kunst und Kulturpolitik nach der Aufgabe von Wissenschaft und Kunst: Welche Strategien können und sollen Wissenschaft und Kunst sowie Wissenschafts- und Kunstinstitutionen entwickeln, um sich den antidemokratischen Diskursen und Rhetoriken entgegenzustellen?

Der Eintritt ist frei.

Konzeption und Organisation: Pia Janke, Rosa Eidelpes

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PROGRAMM

DIENSTAG, 21.4. 2026, 18 Uhr
MUK.podium
Musik und Kunst Privatuniversität der Stadt Wien, Johannesgasse 4a, 1010 Wien

Keynote Olga Flor (Graz):
Wege aus der Depression?

Gespräch
Kunst und Wissenschaft: Kritik oder Intervention?
Mit Evelyn Annuß (mdw), Martin Rummel (Anton Bruckner Privatuniversität), Eike Wittrock (MUK), moderiert von Lisz Hirn (Wien)

Diskussion
Kunst- und Wissenschaftsuniversitäten als Orte der Demokratie
Mit Manuela Baccarini (Universität Wien), Susanne Hochreiter (Universität Wien), Eva-Maria Holzleitner (Bundesministerium für Frauen, Wissenschaft und Forschung), Andreas Mailath-Pokorny (MUK), moderiert von Stefan Krammer (Universität Wien)

 

DONNERSTAG, 23.4. 2026, 18 Uhr
Alte Kapelle
Campus der Universität Wien, Spitalgasse 2, Hof 1, Eingang 2.8, 1090 Wien

Keynote
Dieter Mersch (Zürich/Berlin): Kunst in Zeiten absurder Gegenwarten

Gespräch
Erkenntnisräume: Ästhetische und wissenschaftliche Strategien
Mit Andrea Braidt (Universität Wien), Susanne Valerie Granzer (Universität für Musik und darstellende Kunst Wien), Clemens Hellsberg (MUK), Markus Neuwirth (Anton Bruckner Privatuniversität), moderiert von Christoph Reinprecht (Universität Wien)

Statements und Diskussiona
Interdisziplinarität als Widerstand? Kooperationen zwischen Kunst und Wissenschaft
Mit Thomas Ballhausen (Universität Mozarteum Salzburg), Anke Charton (Universität Wien), Alex Riener (MUK), Livia Sellin (MUK), Elisabeth van Treeck (Universität für Musik und darstellende Kunst Graz), moderiert von Rosemarie Brucher (MUK) 

 

 

 

Lange Nacht der Forschung

Fr, 24. April 2026, 17:00‒23:00  Uhr
Musik und Kunst Privatuniversität der Stadt Wien, Verschiedene Säle 
Johannesgasse 4a 1010 Wien

Mitmachen. Staunen. Entdecken.

2026 findet in ganz Österreich erneut die Lange Nacht der Forschung statt. Die MUK ist bereits zum dritten Mal dabei und zeigt von 17:00 bis 23:00 Uhr einen Querschnitt ihrer (künstlerischen) Forschungsprojekte. Im Clemens Hellsberg Saal und im MUK.podium gibt es Forschung praktisch zu erleben: Es wird u. a. die Möglichkeit geboten, das Improvisieren an Drums zu erproben und die historische Tanzforschung durch einen barocken Tanzkurs kennenzulernen. Auch wissenschaftliche Life Hacks sind im Programm: Gezeigt wird, wie die Technik der Solfeggio-Improvisation im Alltag helfen kann, sich Passwörter und Codes leichter zu merken. Beim wissenschaftlichen Speed-Dating im gemütlichen Ambiente der Vollpension entsteht Raum für direkten Austausch mit den Forschenden.

 

 

 

MUK meets IFK: Trembling Skins. Membranes of Music Making Bodies

Mit Maja Osojnik und Eva Reiter

Mi, 27.05.2026, 19:00 Uhr
ifk Arkade, Reichsratsstraße 17, 1010 Wien

Die beiden international tätigen und in Wien lebenden Komponistinnen und Instrumentalistinnen Maja Osojnik und Eva Reiter denken in zwei Kurz-Lectures und anschließendem Gespräch über Klang als choreografisches Mittel nach, das auf die sozialen, kommunikativen und aisthetischen Kompetenzen der Mitwirkenden setzt. Die Partituren der beiden lassen sich als Spuren auf der Haut eines sich bewegenden, klingenden Organismus begreifen. In ihren Kompositionen werden Klänge mit dem eigenen Körper, mit analogen Instrumenten oder auch elektroakustisch erzeugt. Arbeiten entstehen in Kollaboration mit Tänzer*innen, visuellen Künstler*innen oder Filmemacher*innen, dabei verstehen sie Komposition als künstlerische Forschung.

Maja Osojnik ist Sängerin, Komponistin, improvisierende elektroakustische Musikerin, Klangkünstlerin und Produzentin. Sie verwendet hauptsächlich Stimme, die Paetzold-Bassblockflöte, eigene Feldaufnahmen, DJ-CDs, Kassetten und andere Lo-Fi-Elektrogeräte und Fundstücke. Für ihre Arbeit ist sie vielfach ausgezeichnet worden (Pasticcio-Preis, österreichisches Staatskompositionsstipendium). Sie unterrichtet an der MUK Improvisation/KEP Contemporary Musik Perfomance.

Eva Reiter arbeitet als Musikerin, Komponistin, Dozentin und künstlerische Beraterin. Sie tritt als Solistin und mit verschiedenen Orchestern, Ensembles für Alte und zeitgenössische Musik auf. Seit 2015 ist sie Mitglied des belgischen Ensembles Ictus. Ihre Kompositionen sind bei internationalen Festivals wie Transit, Wien Modern, MaerzMusik, musikprotokoll, Darmstädter Ferienkurse oder den Donaueschinger Musiktagen aufgeführt worden. Sie unterrichtet Komposition an der MUK.