Current events

Retrospektive Universum Jelinek

veranstaltet vom METRO Kinokulturhaus
in Kooperation mit dem Interuniversitären Forschungsnetzwerk Elfriede Jelinek 
der Universität Wien und der Musik und Kunst Privatuniversität der Stadt Wien 
und dem Elfriede Jelinek-Forschungszentrum

7.10 — 5.11
METRO Kinokulturhaus, Johannesgasse 4, 1010 Wien

"Ich hoffe, das interessiert wen ..." Viel mehr hatte Elfriede Jelinek zu ihrer kleinen filmischen Würdigung anlässlich ihres 80. Geburtstags nicht zu sagen. Ein Satz, der ebenso beiläufig wie programmatisch klingt: selbstironisch, skeptisch und vielleicht auch ein wenig misstrauisch gegenüber der Vorstellung, sich feiern zu lassen. Dabei gäbe es – auch abseits des Jubiläums – durchaus Anlass dazu. Jelinek gehört zu den bedeutendsten deutschsprachigen Schriftstellerinnen der Gegenwart, erhält 2004 den Nobelpreis für Literatur und seziert mit ihren Romanen, Theaterstücken und Essays die österreichische Nachkriegsgesellschaft wie kaum eine andere. Dass ihre Spuren dabei immer wieder ins Kino führen, ist weit mehr als ein Nebenschauplatz ihres Werks.

Denn Jelineks Texte arbeiten mit Stimmen, Bildern, Wiederholungen, Brüchen und Montagen. Sie legen offen, wie Sprache Wirklichkeit nicht bloß beschreibt, sondern sie vielmehr herstellt. All das macht ihre Literatur nicht automatisch »filmisch« – im Gegenteil: Jelineks Sprache ist eigensinnig und widerständig gegenüber jeder eindeutigen Übersetzung in Bilder. Aber vielleicht sind gerade deshalb ihre Texte für das Kino so reizvoll. Ihre Romane sind mehrfach Ausgangspunkt bemerkenswerter Filme: DIE AUSGESPERRTEN zeichnet aus der verdrängten österreichischen Vergangenheit ein düsteres Gesellschaftsbild; Michael Hanekes DIE KLAVIERSPIELERIN überführt die beklemmende Innenwelt der Vorlage in eine kühle, körperliche Filmsprache. Mit LIEBHABERINNEN der jungen luxemburgischen Künstlerin Koxi steht eine aktualisierte Bearbeitung aus Jelineks Frühwerk kurz vor dem Kinostart – und wird im Rahmen der Retrospektive ebenfalls gezeigt.

Doch Elfriede Jelinek ist im Kino nicht nur Autorin – sie ist auch eine aufmerksame und leidenschaftliche Zuseherin. Ihre Auseinandersetzung mit Filmen folgt dabei ähnlichen Prinzipien wie ihre Literatur: Sie misstraut dem O!ensichtlichen, hinterfragt die Macht der Bilder und kann sich zugleich auf sie einlassen. VERTIGO, CARNIVAL OF SOULS und LOST HIGHWAY sind nicht zufällig in diesem Programm: Das sind Filme, an denen sich etwas von jenem Blick ablesen lässt, mit dem Jelinek selbst auf die Welt und ihre Bilder schaut. Und dann ist da noch HEIMKEHR, Gustav Ucickys Propagandafilm, der zu einer der großen Konstanten in Jelineks Arbeit führt, nämlich der Frage, wie eine Gesellschaft ihre Vergangenheit verdrängt, um ihre Gegenwart zu ertragen. So begegnet uns eine Autorin, die es vermag, mit ihrem Denken Bilder aus dem Gleichgewicht zu bringen und uns misstrauisch zu machen. Ob das jemanden interessiert? Wir hoffen es sehr!

Nähere Informationen zum Programm und weitere Veranstaltungen unter ifvjelinek.at/veranstaltungen/
 

Werkstattgespräche: Kunst, künstlerische Forschung, Wissenschaft

Auftaktveranstaltung

Do, 8.10., 18:00 Uhr
Erkersaal, 2. Stock
Johannesgasse 4a, 1010 Wien

Die MUK als Kunstuniversität ist ein Ort von Kunst und Forschung, von Praxis und Theorie sowie von Lehre und Wissenschaft. Damit sind potenziell einzigartige Bedingungen für Austausch und Synergie gegeben; im universitären Alltag stehen diese Bereiche jedoch oft getrennt nebeneinander.
Mit den Werkstattgesprächen: Kunst, künstlerische Forschung, Wissenschaft möchten wir daher ein Forum schaffen, das Studierenden, Lehrenden und Forschenden der MUK die Möglichkeit bietet, ihre eigene Arbeit vorzustellen, Einblick in die Projekte anderer zu erhalten oder einfach, in einen Austausch darüber einzusteigen, was Kunst und Forschung sind und was sie füreinander tun können. In einem offenen und ungezwungenen Rahmen sollen Beispiele aus EEK (Entwicklung und Erschließung der Künste), künstlerischer Forschung und Wissenschaft präsentiert und gemeinsam diskutiert werden. Dabei geht es auch um grundlegende Fragen:
• Was verstehen wir unter Forschung?
• Welche Relevanz hat unsere Arbeit für andere Felder?
• Wie können Erkenntnisse und Erfahrungen aus anderen Bereichen die eigene Praxis inspirieren?
In der Auftaktveranstaltung stellen die drei Initiator*innen der Veranstaltungsreihe zunächst ihre aktuellen Projekte kurz vor. Anschließend diskutieren sie miteinander und vor allem mit dem Publikum über Möglichkeiten des Austauschs und der Zusammenarbeit zwischen Theorie und Praxis, zwischen Kunst, Wissenschaft und künstlerischer Forschung.

Eintritt frei

 

mit Jean Beers, Bartolo Musil und Claus Tieber
Moderation: Wiebke Rademacher
 

Präsentation mehrerer MUK-Doktoratsprojekte (mit anschließendem Q&A)

Mo, 12.10., 14:30 Uhr — 16:00 Uhr
Doktoratsräume MUK, Erdgeschoss (Glastüre rechts neben Haupteingang)
Bräunerstraße 5, 1010 Wien

Von PhD Studierenden der MUK 

Anmeldung unter: doktorat@muk.ac.at 

Hysterical Articulations @ OWA

Otto Wagner Areal
Mo, 12.10., 18:30 Uhr. So, 18.10., 10:30-18:30 Uhr.

What happens when we embrace non-dominant modes of communicating? 

All too often only certain ways of speaking are privileged. This workshop looks to help develop collaborative methods that challenge power dynamics in our society. we are especially interested in reframing sexist narratives around women and non-binary people’s voices. Situated in Otto Wagner’s former clinic this site-specific work will draw connections between problematic histories and traces of the past in the present through experimental musical improvisation, writing, scoring and vocal work. 

The hysteric is a gendered figure that has long been dismissed, or worse, sent to the asylum (Showalter). Jacques Lacan called hysterics ‘truthtellers’, people who were not satisfied by the restrains society placed on them. Together we will present a new ending that allows ‘her’ to tell ‘her’ story, drawing on auto-theory and critical fabulations as methodologies (Lauren Fournier, Saidiya Hartman). This work takes a non-binary, queer and trans inclusive approach to gender and welcomes students from all disciplines to join us (Preciado, Bersani, Butler).

During exercises and workshopping students will collaborate by bringing their subject specialism into direct contact with others. For example, music students and composers might work with dancers to consider how the voice, the body and the use of visual scores, loops, gestures and notation can create a vibrant and experimental new artwork which will then be filmed and used to take the work into the public sphere through installations and film screenings which we will discuss together. 

Anmeldung über MUKonline
LV-Nummer 501.011

 

PROGRAMM:

Mo, 12.10., 18:30 Uhr
Online

Vorstellung und Besprechung der Theorietexte

***

So,18.10., 10:30-18:30 Uhr
Otto Wagner Areal

10:30 Uhr: Meet & Discuss, Besprechung der Theorien und Planung der Artistic Research an dem Tag bei Kaffee und Croissants
12:00-15:00 Uhr: Zwei Break-out Gruppen zur künstlerischen Intervention/Interaktion onsite 15:30-17:30 Uhr: Besprechung und Gruppenbegehung der gewählten Locations
17:30-18:30 Uhr: Endbesprechung mit Tee 

 

Dr Sharon Young is an artist based in London. Born in Northern Ireland she studied at The Royal College of Art where her doctoral research considered the role of the ‘hysteric’ as an activist for deconstructing dominant structures. Her practice ranges across photography, writing, film, performance and sound with a current interest in collaborative live practice. 

Her work has been presented and exhibited worldwide including The Freud Museum; The London Archives; Swedenborg House and is held in public collections such as the V&A Library, The Yale Centre for British Art and The Wellcome Collection.
 

Vermittlung als institutionelle Querschnittsaufgabe

Gastvortrag im Bereich Gender&Diversity im WiSe 26/27

Mi, 21.10., 9:30-13:00 Uhr
Bräunerstraße 5, Zimmer 4.27

Häufig wird die Aufgabe, Teilhabe zu ermöglichen, das Publikum zu diversifizieren und Schwellen zum Kulturbereich abzusenken bei Kulturvermittler*innen bzw. in Vermittlungsabteilungen angesiedelt. Ausgehend von dem Gedanken, dass Vermittlung weit mehr ist als ein eigenständiger Programmbereich, stellt der Vortrag die Frage, wie Vermittlung als institutionelle Querschnittsaufgabe verstanden und nachhaltig in Organisationen verankert werden kann. Statt Vermittlung auf einzelne Projekte oder Formate zu beschränken, wird sie als grundlegende Haltung und gemeinschaftliche Aufgabe aller Mitarbeitenden betrachtet.
Wie können Institutionen insgesamt von den Prinzipien, Methoden und Denkweisen der Vermittlung profitieren? Welche Prozesse und Strukturen braucht es, um Vermittlung dauerhaft in der Organisation zu verankern? Und wie gelingt es, nicht nur mit Programmen, sondern auch durch Kommunikation, Zusammenarbeit und interne Arbeitsweisen eine größere Zugewandtheit zu den Menschen zu entwickeln, die eine Institution erreichen, beteiligen und begeistern möchte?
Anhand von Erfahrungen aus der Festivalarbeit des Beethovenfests Bonn wird aufgezeigt, wie Vermittlung als kollaborativer und kontinuierlicher Prozess unterschiedliche Bereiche einer Institution prägen kann – von der Programmentwicklung über die Zusammenarbeit mit Künstlerinnen und Partnerinnen bis hin zu internen Arbeitsabläufen und Entscheidungsprozessen.
Der Vortrag mit anschließendem Workshop eröffnet neue Perspektiven auf die Rolle von Vermittlung in künstlerischen und kulturellen Institutionen. Gemeinsam werden Ansätze erarbeitet und diskutiert, wie Vermittlung als Motor für Innovation, Teilhabe und organisatorische Transformation wirken kann und welche Impulse sich daraus für die eigene Praxis ableiten lassen.

Anmeldung bei Wiebke Rademacher
w.rademacher@muk.ac.at

 

Marion Leuschner, M.Mus. M.Ed., ist Musikvermittlerin beim BEETHOVENFEST BONN. Ihr beruflicher Werdegang brachte sie über das Kunstfest Weimar, die Klassik Stiftung Weimar, das PODIUM Esslingen und die Philharmonie Luxembourg nach Bonn. Neben ihrer Tätigkeit für das Beethovenfest ist Marion Leuschner forschend tätig. Derzeit befindet sich sich in der Startphase ihres Promotionsprojekts, das sich mit Musikvermittlung und Transformationen in Musikvermittlungsinstitutionen befasst (Betreuung: Prof. Dr. Irena Müller-Brosovic, ABPU Linz, Antrag bei SNF eingereicht).
Darüber hinaus lehrt sie seit vielen Jahren im Bereich Konzertpädagogik an der Hochschule für Musik und Tanz Köln. Darüber hinaus wurde sie für Vorträge und Gastworkshops unter anderem an die Hochschule für Musik Detmold, die Anton Bruckner Privatuniveristät Linz, die mdw (isa academy) sowie die Hochschule für Musik und Theater München eingeladen. Musikvermittelnd war sie u. a. für die Musikakademie Rheinsberg, den Heidelberger Frühling und PODIUM Esslingen tätig.

Buchpräsentation: 100 Jahre Radio in Österreich: Von der RAVAG zum ORF 1924–2024

Programmatik und Wirkungsmacht eines Massenmediums

Do, 22.10., 18:00 Uhr
Erkersaal, Johannesgasse 4a
1010 Wien

Im Namen von Bildung und Aufklärung sowie im Zeichen der Demokratie, der flachen Hierarchien und des Friedens startete im Jahr 1924 die Radio-Verkehrs-Aktiengesellschaft (RAVAG), deren Programmatik auch zur Stärkung der Nationalidentität einer jungen Republik beitragen sollte. Unterbrochen wurden diese hohen Ideale durch die totalitären Ideologien des Austrofaschismus und des Nationalsozialismus. Nach den Jahren des propagandistischen Missbrauchs schrieben sich im Jahr 1945 die Alliierten mit dem Auftrag, die Bevölkerung zu redemokratisieren, in die Geschichte des österreichischen Rundfunks ein.
Die Autorinnen und Autoren dieses Bandes zeichnen die Geschichte dieser 100-jährigen nationalen Medienapparatur nach. Sie beleuchten dabei u. a. die nationalsozialistische Programmierung der RAVAG, den Einfluss des Föderalismus auf das Radio, Rundfunkpolitik zwischen Proporz und Kaltem Krieg oder die Bau- und Planungsgeschichte der RAVAG im ersten Funkhaus in der Johannesgasse.

Eintritt frei

 

Einführende Worte durch Rektor Dr. Andreas Mailath-Pokorny

Herausgegeben von Univ.-Prof.in Dr.in Susana Zapke

DIE WELTAUTORIN: EIN ABEND FÜR ELFRIEDE JELINEK

veranstaltet vom Interuniversitären Forschungsnetzwerk Elfriede Jelinek 
der Universität Wien und der Musik und Kunst Privatuniversität der Stadt Wien 
und dem Elfriede Jelinek-Forschungszentrum
in Kooperation mit der Burg

Internationale Veranstaltungsreihe zu
Elfriede Jelineks 80. Geburtstag: WELT.AUTORIN.JELINEK

Fr, 23.10., 19 Uhr
BURG, Kasino am Schwarzenbergplatz, Schwarzenbergplatz 1, 1010 Wien

„Ein Abend für Elfriede Jelinek“ findet im Rahmen der Internationalen Veranstaltungsreihe WELT.AUTORIN.JELINEK statt. Diese Veranstaltungsreihe befasst sich mit der österreichischen Nobelpreisträgerin als „Weltautorin“, die die aktuellen globalen antidemokratischen Entwicklungen mit Fokus auf die Position von Frauen* analysiert und deren Analysen weltweit wahrgenommen werden.

Die Veranstaltung würdigt Jelinek als politische Intellektuelle und engagierte Autorin, die in österreichischen ästhetischen Traditionen steht und globale Wirkungskraft hat. In Gesprächen und künstlerischen Beiträgen wird ihr Werk als seismographische Analyse gesellschaftlicher Machtverhältnisse und demokratischer Krisendynamiken reflektiert. Zur Diskussion steht dabei auch die Rolle von Künstler*innen als kritische Stimmen im Spannungsfeld von Öffentlichkeit, Politik und Empowerment.

Wissenschaftler*innen und Künstler*innen treten in Dialogen, Gesprächen, Grußworten und einer Lesung in Austausch und beleuchten Jelineks Bedeutung für aktuelle Debatten um Demokratie und Engagement.

Der Eintritt ist frei.

Die Veranstaltung wird zusätzlich per Livestream übertragen. 
Link zum Livestream: univienna.zoom.us/j/67141467695 
Kenncode: jelinek

Nähere Informationen zum Programm und weitere Veranstaltungen unter ifvjelinek.at/veranstaltungen/

Elfriede Jelinek WISSENSCHAFT – KUNST – DEMOKRATIE

INTERDISZIPLINÄRER WORKSHOP FÜR NACHWUCHSWISSENSCHAFTLER*INNEN UND NACHWUCHSKÜNSTLER*INNEN

veranstaltet vom Interuniversitären Forschungsnetzwerk Elfriede Jelinek 
der Universität Wien und der Musik und Kunst Privatuniversität der Stadt Wien 
und dem Elfriede Jelinek-Forschungszentrum
in Kooperation mit Wien Modern und dem Musikverein Wien

Mo, 2.11., 14:00 — 18:30 Uhr
Di, 3.11., 9:30 — 17:00 Uhr
Mi, 4.11., 9:30 — 13:00 Uhr
Otto Wagner Areal, Pavillon 10, Baumgartner Höhe 1, 1140 Wien

Der interdisziplinäre Workshop für Nachwuchswissenschaftler*innen und Nachwuchskünstler*innen „Elfriede Jelinek: WISSENSCHAFT – KUNST – DEMOKRATIE“ des Interuniversitären Forschungsnetzwerks Elfriede Jelinek und des Elfriede Jelinek-Forschungszentrums, der in Kooperation mit der Wien Modern und dem Musikverein Wien stattfindet, bietet 17 Nachwuchswissenschaftler*innen und Nachwuchskünstler*innen die Möglichkeit, ihre Arbeiten zu präsentieren und mit Expert*innen, die als Mentor*innen fungieren, zu diskutieren. Er ist Teil des Schwerpunkts „Wissenschaft – Kunst – Demokratie“, der sich der Aufgabe und Verantwortung von Wissenschaft und Kunst angesichts der Erosion demokratischer Verbindlichkeiten durch populistische Politiken und autoritäre Kräfte widmet.

Im Plenum und in Kleingruppen besprechen die Teilnehmenden ihre Beiträge und diskutieren darüber, welche konkreten ästhetischen und epistemischen Strategien Wissenschaft und Kunst entwickeln können, um sich den antidemokratischen Diskursen und Rhetoriken entgegenzustellen und aufklärerisches, demokratisches Wissen zu befördern.

Nähere Informationen zum Programm und weitere Veranstaltungen unter ifvjelinek.at/veranstaltungen/
 

ÖKONOMIE & DEMOKRATIE

veranstaltet vom Interuniversitären Forschungsnetzwerk Elfriede Jelinek 
der Universität Wien und der Musik und Kunst Privatuniversität der Stadt Wien 
und dem Elfriede Jelinek-Forschungszentrum
in Kooperation mit der Sektion für Internationale Kulturangelegenheiten des Bundesministeriums
für europäische und internationale Angelegenheiten
und der Österreichischen Botschaft Brasilia

Internationale Veranstaltungsreihe zu
Elfriede Jelineks 80. Geburtstag: WELT.AUTORIN.JELINEK

Fr, 6.11.2026, 14:00 — 18:00 Uhr
Goethe-Institut São Paulo, Rua Lisboa 974, 05413-001 São Paulo

Der „Jelinek-Tag“ in São Paulo findet im Rahmen der Internationalen Veranstaltungsreihe WELT.AUTORIN.JELINEK statt. Diese Veranstaltungsreihe befasst sich mit der österreichischen Nobelpreisträgerin als „Weltautorin“, die die aktuellen globalen antidemokratischen Entwicklungen mit Fokus auf die Position von Frauen* analysiert und deren Analysen weltweit wahrgenommen werden.

Der „Jelinek-Tag“ in São Paulo rückt das Verhältnis von ökonomischer Ungleichheit und antidemokratischen Entwicklungen in den Mittelpunkt. Im Dialog mit Jelineks Werk wird analysiert, wie sich ökonomische Macht, patriarchale Strukturen und die Diskriminierung von Frauen* wechselseitig bedingen. Es wird diskutiert, welche Folgen der Kapitalismus für demokratische Gesellschaften hat und welche Möglichkeiten Kunst eröffnet, Frauen* im Widerstand gegen sozioökonomische und autoritäre Tendenzen zu bestärken.

Wissenschaftler*innen und Künstler*innen aus Brasilien, Frankreich, Japan, Österreich und den USA treten in Keynotes, Gesprächen und künstlerischen Formaten in Austausch und beleuchten Jelineks Bedeutung für aktuelle Debatten um Ökonomie, Geschlechterverhältnisse und Demokratie.

Der Eintritt ist frei.

Die Veranstaltung wird zusätzlich per Livestream übertragen. 
Link zum Livestream: univienna.zoom.us/j/67141467695 
Kenncode: jelinek 

Nähere Informationen zum Programm und weitere Veranstaltungen unter ifvjelinek.at/veranstaltungen/

Women Composers of Latin America: History, Modernity, and Contemporary Musical Thought

Mi, 18.11., 14:00 — 17:00 Uhr
Johannesgasse 4A, MUK.podium

Gastvortrag im Bereich Gender & Diversity im WiSe 26/27

This lecture examines the diverse and evolving contributions of women composers to the musical history of Latin America, tracing a trajectory from the late nineteenth century to contemporary composition. Rather than presenting these composers as an isolated or marginal category, the lecture situates their work within the broader aesthetic, historical, and cultural transformations that have shaped Latin American musical modernity.

The discussion will focus on the work of Teresa Carreño, Alicia Urreta, Graciela Paraskevaídis, Tania León, Hilda Paredes, Gabriela Ortiz, and Diana Syrse, examining different approaches to musical language, identity, modernism, migration, memory, and experimentation.

Through selected works and musical examples, the lecture will consider how these composers have negotiated questions of cultural identity and artistic autonomy while engaging with both local traditions and international currents of contemporary music. The aim is not only to recover voices that have historically received limited attention in musicological narratives, but also to reconsider the ways in which Latin American musical modernity can be understood through their diverse aesthetic perspectives.

 

PROGRAMM:

45 Minuten Vortrag
Anschließend Masterclass mit Studierenden

Aktive Teilnahme auf maximal drei Studierende begrenzt

 

Ana Gabriela Fernández is a Cuban-Mexican pianist, researcher, and educator based in Paris. She holds a Doctorate in Music Performance from the National Autonomous University of Mexico (UNAM), where her doctoral research focused on the relationship between music and literature through the work of Julián Orbón.

Her artistic and academic work focuses particularly on Latin American music of the 20th and 21st centuries, with an emphasis on contemporary repertoire and the intersections between musical creation, cultural identity, and literature. As a pianist, she has performed as a soloist in Europe and the Americas and has presented lectures and academic projects related to Latin American music and its contemporary practices.

She combines her work as a performer with research, writing, and teaching, developing projects that seek to create dialogue between Latin American musical traditions and contemporary European artistic and academic contexts.

 

Freie Musikszene in Wien: Zwischen künstlerischer Freiheit und Arbeitsrealität

23. Oktober, 11:00 — 12:30 Uhr
Erkersaal, Musik und Kunst Privatuniversität der Stadt Wien
Johannesgasse  4A, 1010 Wien

"Freie Musikszene in Wien: Zwischen künstlerischer Freiheit und Arbeitsrealität"
Die freie Musikszene in Wien ist vielfältig, kreativ und lebendig. Gleichzeitig stehen Musiker und Kulturschaffende vor großen Herausforderungen: unsichere Arbeitsbedingungen, steigende Kosten und begrenzte finanzielle Unterstützung.
Was bedeutet es heute, frei und unabhängig Musik zu machen? Wie viel künstlerische Freiheit ist möglich, und welche Bedingungen braucht es, damit Musiker langfristig von ihrer Arbeit leben können?
Die Podiumsdiskussion bringt verschiedene Perspektiven aus der Wiener Musikszene zusammen und lädt zum Austausch über die aktuelle Situation und mögliche Wege in die Zukunft ein.

"Vienna’s Independent Music Scene: Between Artistic Freedom and Working Realities"
Vienna’s independent music scene is diverse, creative, and vibrant. At the same time, musicians and cultural workers face major challenges, including insecure working conditions, rising costs, and limited financial support.
What does it mean to make music freely and independently today? How much artistic freedom is possible, and what conditions are needed for musicians to make a sustainable living from their work?
This panel brings together different perspectives from Vienna’s music scene to discuss the current situation, share experiences, and explore possible paths for the future.

Universitäten und Demokratie: Die Rolle der österreichischen Hochschulen in Zeiten des drohenden Autoritarismus

Veranstaltung des Netzwerks „Wissenschaft für Demokratie“

27.11., 17.30 Uhr, 
BIG Hörsaal Universität Wien
Universitätsring 1, 1010 Wien

Demokratie und Rechtsstaatlichkeit sind zentrale Grundlagen unserer
Gesellschaft. Zugleich stehen demokratische Institutionen und Werte in
Europa und weltweit vor vielfältigen Herausforderungen. Autoritäre
politische Entwicklungen, gesellschaftliche Polarisierung und wachsendes
Misstrauen gegenüber etablierten Institutionen, nicht zuletzt der
Wissenschaft, werfen auch für Hochschulen grundlegende Fragen auf.

Welche Rolle können und sollen Universitäten in einer demokratischen
Gesellschaft einnehmen? Wie können sie demokratische Grundwerte und
Menschenrechte stärken? Und welchen Beitrag kann Wissenschaft dazu
leisten, dass Menschen unterschiedliche Perspektiven kennenlernen und
wissenschaftliche Erkenntnisse einordnen können, so dass
gesellschaftliche Resilienz gegenüber autoritären Tendenzen entsteht?

Diesen Fragen widmet sich diese hochkarätig besetzte Podiumsdiskussion
mit drei unterschiedlichen Perspektiven auf das Verhältnis von
Universität, Wissenschaft und Demokratie.

Podium:
Anna Durnová, Professorin für Politische Soziologie an der
Universität Wien, forscht unter anderem zur Rolle von Emotionen in
demokratischen Gesellschaften, zu politischer Soziologie und Public
Policy. Sie ist eine der Leiter:innen der AG „Hochschule und
Demokratie“ im Rahmen der „Hochschulstrategie 2040“.

Brigitte Hütter ist seit 2019 Rektorin der Universität für
künstlerische und industrielle Gestaltung Linz und seit 2024
Präsidentin der Universitätenkonferenz (uniko), der
Interessenvertretung der 22 öffentlichen Universitäten Österreichs.
Sie vertritt die Perspektive der österreichischen Universitäten und
ihrer gemeinsamen Verantwortung sowie die besondere Rolle von
Kunstuniversitäten.

Sebastian Schütze, Rektor der Universität Wien, bringt die Perspektive
der institutionellen Verantwortung einer großen europäischen
Forschungsuniversität ein. Demokratie ist für ihn ein zentrales Thema
für die Universitäten, die nicht nur forschen und lehren, sondern auch
Verantwortung dafür haben, Wissen in die Gesellschaft hineinzutragen.
Schütze ist Professor für Neuere Kunstgeschichte und seit 2022 Rektor
der Universität Wien.

Moderation: Susanne Hochreiter, Mitinitiatorin von „Wissenschaft für
Demokratie“

Gemeinsam wollen wir diskutieren, welche Verantwortung Universitäten
angesichts gesellschaftlicher und politischer Veränderungen tragen, wo
ihre Möglichkeiten und Grenzen liegen und wie Wissenschaft und
akademische Bildung zur Stärkung demokratischer Kultur beitragen
können. Dazu gehört auch, wie Universitäten selbst Resilienz
gegenüber autoritären Angriffen entwickeln können.

Die Veranstaltung findet auf Initiative von „Wissenschaft für
Demokratie“ statt, einem Netzwerk von Wissenschaftler:innen
verschiedener Disziplinen und Universitäten in Österreich. Das
Netzwerk hat sich ausgehend von einem offenen Brief im Jahr 2024
formiert und entwickelt in internationaler Zusammenarbeit Initiativen
und Vermittlungsformen, die zur Stärkung der Demokratie beitragen und
der Wissenschaftsskepsis entgegenwirken.

Mit-organisiert von PD Ass. Prof. Dr. Rosemarie Brucher

Eintritt frei

VIRTUELLER RAUM & DEMOKRATIE

veranstaltet vom Interuniversitären Forschungsnetzwerk Elfriede Jelinek 
der Universität Wien und der Musik und Kunst Privatuniversität der Stadt Wien 
und dem Elfriede Jelinek-Forschungszentrum
in Kooperation mit der Sektion für Internationale Kulturangelegenheiten des Bundesministeriums
für europäische und internationale Angelegenheiten
und dem Österreichischen Kulturforum Tokio

Internationale Veranstaltungsreihe zu
Elfriede Jelineks 80. Geburtstag: WELT.AUTORIN.JELINEK

Fr, 11.12., 9:30 — 18:00 Uhr
Österreichisches Kulturforum Tokio, 1-1-20, Moto Azabu, Minatu-ku Tokio, 106-0046

Der „Jelinek-Tag“ in Tokio findet im Rahmen der Internationalen Veranstaltungsreihe WELT.AUTORIN.JELINEK statt. Diese Veranstaltungsreihe befasst sich mit der österreichischen Nobelpreisträgerin als „Weltautorin“, die die aktuellen globalen antidemokratischen Entwicklungen mit Fokus auf die Position von Frauen* analysiert und deren Analysen weltweit wahrgenommen werden.

Der abschließende „Jelinek-Tag“ in Tokio rückt den digitalen Raum als Schauplatz antidemokratischer Entwicklungen in den Mittelpunkt. Im Dialog mit Jelineks Werk wird analysiert, wie Fake News, digitale Manipulation und Zensur demokratische Öffentlichkeiten verändern und wie Frauen* dabei diffamiert, aus öffentlichen Diskursen verdrängt und auf tradierte Rollenbilder zurückgeworfen werden. Aus internationaler Perspektive wird diskutiert, wie diesen Entwicklungen begegnet werden kann und welche Möglichkeiten die Kunst bietet, Formen des Widerstands und alternative Öffentlichkeiten zu entwickeln.

Wissenschaftler*innen und Künstler*innen aus Deutschland, Frankreich, Indien, Japan und Österreich treten in Keynotes, Gesprächen und in einem künstlerischen Abendprogramm in Austausch und beleuchten Jelineks Bedeutung für aktuelle Debatten um digitale Macht, Geschlechterverhältnisse und Demokratie.

Der Eintritt ist frei.
Begrenzte Platzzahl, verbindliche Anmeldung unter tokio-kf@bmeia.gv.at erforderlich.

Die Veranstaltung wird zusätzlich per Livestream übertragen. 
Link zum Livestream: univienna.zoom.us/j/67141467695 
Kenncode: jelinek

Nähere Informationen zum Programm und weitere Veranstaltungen unter ifvjelinek.at/veranstaltungen/