Composer/Performer Relations

Composer/Performer Relations

Wechselwirkungen zwischen Komponist:innen und Interpret:innen während des gesamten Kreativprozesses

Projektleitung: Univ.-Prof.in Dr.in Jean Beers

Fallstudie mit 30 BA und MA Studierenden verschiedener Fachbereiche aus den Fakultäten Musik sowie Darstellende Kunst, MUK.
Zeitraum der Studie: 18.02.2022-24.06.2022

In dieser Studie wird die Verantwortung der Künstler:in gegenüber sich selbst, gegenüber dem Werk, gegenüber den Mitwirkenden, und schlussendlich gegenüber den Konsument:innen bzw. der Gesellschaft erforscht. In experimentellen künstlerischen Kollaborationen von Beginn des Kreativprozesses an werden Wechselwirkungen zwischen Komponist:innen und Interpret:innen erhoben, beleuchtet, dokumentiert und analysiert, um praxisbasierte Erkenntnisse und Schnittstellen in der ästhetischen Perzeption der sozialen Interaktionen von Künstler:innen, durch die Implementierung
systemischer Heuristik erweitert, zu generieren.

Diese Studie ist Teil der künstlerischen Grundlagenforschung zum Thema Empathie in künstlerischen Kollaborationen, die seit 2011, unter dem Titel Threefold Challenge: Composer, Performer, Audience unter der Leitung von Jean Beers, läuft. Die Studie Composer/Performer Relations wird im universitären Semesterzyklus voraussichtlich über zwei Jahre angelegt, um genügend Daten zu sammeln.

Die Dokumentationen der künstlerischen Prozesse in dieser neuen Studie werden im interdisziplinären Format in Form von Livekonzerten, Ausschnitten aus Probennotizen und qualitativer Fragebögen neben einem verschriftlichten Vortrag online publiziert.

Als "unfertiges Denken" beschreibt Henk Borgdorff Künstlerische Forschung in seinem Buchkapitel The Production of Knowledge1. Die Attraktion (allure) des Unfertigen oder Imperfekten bildet die Basis dieser sowohl aus künstlerischer Sicht als auch in der Forschungsmethode kollaborativ angelegten Studie.

Folgt man der in der interdisziplinären Fallstudie von 2018-2021, Experiment Empathie in kollaborativer Improvisation (Beers, Reulecke, 2021) entwickelten Hypothese, dass das Wissen über den “Anderen”, seine Arbeitsweise und seine Schöpfung – und daher die Empathie - zunimmt, desto größer und intensiver es eingebettet ist in einen kollaborativ angelegten Kreativprozess von Interaktion zwischen Komponist und Instrumentalist, muss davon ausgegangen werden, dass diese "shared empathy" in einem künstlerischen Produkt resultiert, das, sowohl von den Kollaborateuren als auch vom Publikum, als größeres künstlerisches Potenzial und in sich selbst stimmig wahrgenommen wird (Beers, 2018)2.

H. Borgdorff, The Production of Knowledge, in: Knowledge in Motion Perspectives of Artistic and Scientific Research in Dance, hersg. S. Gehm, P. Husemann, K. von Wilcke, Transcript Verlag (2007), S. 44. (https://www.transcript-verlag.de/978-3-89942-809-4/knowledge-in-motion/).
J. Beers, Creating Ambiguity in Music, Monographie, Wissenschaftlicher Verlag Berlin, wvb (2018), Kapitel 3.
 

Performances
22. Juni 2022, Wir Sind Wien Festival, Labyrinth Garten, Seestadt Aspern. (Uraufführung von Gruppe 4)

TIC Konzerte @ Bösendorfer Salon Wien, regelmäßige Konzertreihe Transcriptions – Improvisations – Compositions in Kooperation mit MUK und Bösendorfer