Mo, 4. Mai 2026, 14:30-16:00
MUK, Bräunerstr. 5, Theorieraum 4. Stock (4.27), 1010 Wien.
In diesem Vortrag gibt Julischka Stengele einen Einblick in ihre* künstlerisch-kuratorische Tätigkeit. Stengele agiert international im Feld der Performance sowohl im Bereich der bildenden, als auch im Bereich der darstellenden Kunst sowie in deren Schnittstellen. Ihre* Werke und Formate befragen auf vielfältige Art und Weise gesellschaftliche Macht- und Ordnungssysteme, insbesondere gender, class, ability, sowie das Potenzial künstlerischer Ausdrucksmittel, diese zu kritisieren, emanzipatorische Prozesse anzustoßen und Gegenentwürfe anzubieten. Der Vortrag stellt unterschiedliche Beispiele aus Stengeles Oeuvre in Wort und Bild vor und bietet Gelegenheit über den Austausch zu künstlerisch-performativen Strategien.
Biografie
Julischka Stengele ist eine* queere und crip anti-disziplinäre Künstlerin*, Kuratorin*, Autorin* und Lehrende* mit Armutsklassen-Hintergrund, wohnhaft in Wien und international tätig. Nach einer Ausbildung in Kochen, Putzen und Servieren studierte Stengele visuelle Kommunikation, Performance, Bildende Kunst und Kulturwissenschaften mit Schwerpunkt auf Queer- und Gender Studies in Berlin, Helsinki und Wien.
Als Post-Studio-Künstlerin* arbeitet Stengele projektbasiert, genreübergreifend, multimedial, formal vielfältig und thematisch breit. Mit einer Spezialisierung auf performative, ortsspezifische und konzeptuelle Formate gestaltet Stengele Situationen, Atmosphären, Zusammenkünfte und geteilte Erfahrungen. Zu den jüngsten Projekten zählen unter anderem Femmes Against Fascism – ein queeres Performancefestival im Otto-Wagner-Spital Wien (AT), Von der Hand in den Mund – ein Dinner-Performanceprojekt über die Beziehungen von Geschmack und Klasse im Tanzquartier Wien (AT), The Art of Access – eine Konferenz zur Gestaltung von Zugänglichkeit in den darstellenden Künsten (co-kuratiert mit Tanja Erhart) im brut nordwest Wien (AT), Perceiving the World – Performative Exercises for Care – ein Workshop im DanceHouse Lefkosia (CY), oder PAIN <> PLEASURE – ein Labor für kinky Queers, die mit chronischen Schmerzen leben, in der Cable Factory Helsinki (FI).
Stengeles Arbeiten wurden vielfach publiziert und auf Festivals und in Galerien, Museen, Theatern, Kinos sowie im öffentlichen und privaten Raum in über 25 Ländern weltweit präsentiert. Darunter: Kunstverein Hannover, Belvedere 21 (Wien), Defibrillator Gallery (Chicago), Viva Art Action (Montreal), Sound Acts (Athen), Extravagant Bodies Triennial (Zagreb), Pride Weekend – Festival for Queer Art & Theory (Skopje) oder Kunstverein Salzburg.
Stengele erhielt zahlreiche Auszeichnungen und Anerkennungen, darunter das Norbert-Klassen-Stipendium (2017), die TURBO Research Residency beim ImPulsTanz Festival (2019), den H13 Niederösterreich Preis für Performance (2020), das österreichische Staatsstipendium für Bildende Kunst (2021), den Neptun Staatspreis für den Performance-Kurzfilm Bodies of Water (2021) sowie das einjährige Arbeitsstipendium der Stadt Wien (2025).
Stengele leitete Workshops und Seminare unter anderem an der Akademie der bildenden Künste Wien, der Kunstuniversität Graz, der HFBK Hamburg, der Abteilung für ortsspezifische Ku nst an der Universität für angewandte Kunst Wien oder der MUK – Musik und Kunst Privatuniversität der Stadt Wien, ebenso wie in verschiedenen selbstorganisierten, nicht-akademischen Kontexten. www.julischka.eu
IG: @studio.stengele