Profil künstlerisch-wissenschaftliches Doktoratsstudium

Profil

Das postgraduale Doktoratsstudium der MUK ist ein künstlerisch-wissenschaftliches Exzellenzstudium. Es steht in der Tradition künstlerischer Forschung, die Wissensgenerierung als Resultat künstlerischer Praxis und künstlerisch-wissenschaftlicher Prozesse versteht, zugleich aber eine theoretische Einbettung, ein systematisches, nachvollziehbares und wiederholbares methodisches Verfahren, eine geeignete Dokumentation des Forschungsprozesses sowie die Dissemination der Forschungsergebnisse voraussetzt. Der erfolgreiche Abschluss des Doktoratsstudiums erfordert die Verschriftlichung der Forschungsergebnisse. Über die Verschriftlichung hinaus werden auch andere Formen der Dissemination, wie beispielsweise Ausstellungen, Performances, Media Installationen, Websites u. Ä. unterstützt.
Neben der Auseinandersetzung mit relevanten theoretischen Diskursen kommt der künstlerisch-wissenschaftlichen Praxis im Forschungslabor sowie der Partizipation an aktuellen künstlerischen Forschungsprojekten in Form von Forschungswerkstätten ein zentraler Stellenwert zu. Die Arbeit im Labor soll dem prozesshaften Charakter künstlerischer Forschung gerecht werden und der Erprobung der künstlerisch-wissenschaftlichen Methoden und Fragestellungen in einem experimentellen Setting dienen.
Nicht zuletzt sollen den Studierenden auch erste didaktische Erfahrungen sowie die Vertiefung von Soft Skills, wie etwa Teamfähigkeit, Zeitmanagement, Eigeninitiative und Kommunikationsfähigkeit, ermöglicht werden. Die Teilnahme an internationalen Tagungen sowie die gemeinsame Organisation einer eigenen Tagung runden das Curriculum ab.

Die Zulassung zum Doktoratsstudium ist in folgenden Fachbereichen/Forschungsfeldern möglich: Gegenwartstheater, Interpretationsforschung, Komposition/Musiktheorie, Kunst- und Kulturvermittlung, Performance Art sowie Zeitgenössischer Tanz.

Zielgruppe

Die Zielgruppe der Doktorand*innen ist bewusst breit gefasst, um der Heterogenität des Felds der künstlerischen Forschung gerecht zu werden. Dieses ist in der Regel durch Kollaborationen verschiedener Künste mit unterschiedlichen Disziplinen der Geistes-, Sozial- und Naturwissenschaften gekennzeichnet, was vielfach eine transdisziplinäre Ausrichtung von künstlerischer Forschung zur Folge hat.

Vor diesem Hintergrund schränkt das Doktoratsstudium der MUK den geforderten akademischen Abschluss der Bewerber*innen nicht auf bestimmte künstlerische Disziplinen ein, sondern fokussiert die Ausrichtung der eingereichten Forschungsprojekte und lässt auch Doktorand*innen mit einem wissenschaftlichen Abschluss zu, sofern diese substanzielle künstlerische Praxis nachweisen können. Das Profil des Doktorats zielt auf Bewerber*innen unterschiedlicher Fachrichtungen ab, die ein Interesse an inter- und transdisziplinärem künstlerischem Forschen und Denken sowie die Zusammenführung von Theorie und künstlerischer Praxis mit dem Ziel verbindet, sich neues Wissen sowie neue Forschungserkenntnisse anzueignen.
Eine erfolgreiche Bewerbung setzt die Fähigkeit zum selbstständigen künstlerischen und wissenschaftlichen Arbeiten sowie ein Verständnis für künstlerisch-wissenschaftliche Prozesse, zugleich aber auch die Bereitschaft voraus, das eigene Fach- und Forschungsverständnis weiterzuentwickeln. Das Zusammenarbeiten in Research-Teams und/oder Research-Networks wird ausdrücklich befürwortet. Die Doktorand*innen werden an der MUK als Nachwuchswissenschafter*innen verstanden, deren Forschung maßgeblich dazu beiträgt, das Profil der MUK als Forschungsuniversität zu stärken und zu gestalten.

Forschungsprojekte

Ausschlaggebend für einen Studienplatz im Doktoratsprogramm der MUK ist die Qualität des geplanten Forschungsvorhabens nach Kriterien der Innovation der Fragestellung, der Klarheit der Methode, der Durchführbarkeit sowie der Verortung in dem für die jeweilige Fragestellung relevanten Forschungsdiskurs. Bei der Auswahl der eingereichten Forschungsprojekte werden interdisziplinäre, originelle, visionäre, experimentelle und unkonventionelle Projekte favorisiert, die gesellschaftspolitische Fragestellungen kritisch mitreflektieren, ein Bewusstsein für Diskriminierungsstrukturen, für Vielfalt und die Besonderheit des jeweiligen kulturellen Kontexts aufweisen und über die Entwicklung und Erschließung der Künste hinaus auch für andere wissenschaftliche sowie gesellschaftliche Bereiche relevant sind.

Das Doktoratsstudium der MUK fördert hierfür transformative Forschungsansätze, die das herkömmliche Verständnis von Forschung und Wissen, aber auch von Kunst und Kultur in Frage stellen und damit zu einem erweiterten Verständnis bzw. zur Entwicklung neuer Forschungsbereiche im Feld der Grundlagenforschung beitragen. Die reflektierende Auseinandersetzung mit den spezifischen Methoden und Produktionsprozessen anhand des eigenen künstlerisch-wissenschaftlichen Projekts, aber auch das Streben, den sozialen, kulturellen, ethischen oder wirtschaftlichen Mehrwert der eigenen Forschung zu erkennen, werden als wesentlicher Teil der Forschungsarbeit angesehen.


Ein abgeschlossenes künstlerisch-wissenschaftliches Forschungsprojekt umfasst:

a) ein Portfolio, das die relevanten Forschungsschritte sowie Ergebnisse des Forschungsprojekts dokumentiert sowie in nachvollziehbarer Form kommuniziert. Die individuelle Umsetzung des Portfolios ist mit den Betreuer*innen abzusprechen.
b) eine schriftliche Dissertation, die die Forschungsergebnisse präsentiert, das Projekt und die Themenstellung im Forschungsdiskurs verortet und eine Reflexion der Methoden sowie eine Analyse des Forschungsprozesses umfasst;

Mindestumfang 80 Seiten (ca. 160.000 Zeichen exklusive Bilder, Notenbeispiele, Literaturliste und Anhang); Die Dissertation ist in deutscher oder englischer Sprache zu verfassen. Bei der Bearbeitung des Themas sind die Bestimmungen des Urheberrechtsgesetzes idgF zu beachten.

Ausbildungsziel

Das Doktoratsstudium vermittelt und fördert Theorieverständnis und methodische Kompetenzen im Feld der künstlerischen Forschung auf höchstem Niveau. Ziel des Studiums ist die Befähigung zum exzellenten selbstständigen künstlerisch-wissenschaftlichen Forschen und Denken sowie zur Vermittlung künstlerisch-wissenschaftlicher Prozesse und Erkenntnisse für unterschiedliche Zielgruppen. Die Absolvent*innen werden durch das Studium an der MUK sowohl für eine akademische Laufbahn als auch für eine forschende und eine forschungsinformierte künstlerische Praxis, aber auch für die Zusammenarbeit mit und die verantwortungsvolle Führung von Kolleg*innen in anderen Berufsfeldern und gesellschaftlichen Bereichen unter Verwendung unterschiedlicher praktischer sowie konstruktiver Kommunikations- und Networking-Fähigkeiten in höchstem Maße qualifiziert.

Die Studierenden werden dazu befähigt, sich in der internationalen Forschungslandschaft zu positionieren, zur Wissensgenerierung im Feld der künstlerischen Forschung beizutragen und konkurrenzfähige Drittmittelanträge zu stellen. Die durch das künstlerisch-wissenschaftliche Doktoratsstudium neu erworbenen intellektuellen, didaktischen, künstlerischen, interkulturellen und sozialen Kenntnisse fördern nicht zuletzt die über eine akademische Laufbahn hinausgehende Employability der Studierenden, indem sie ihre Kompetenzen (transferable skills), interdisziplinär, kritisch und kreativ zu denken, strategisch und problemlösungsorientiert zu handeln, mit Risiko und Scheitern reflektiert zu operieren und flexibel den Herausforderungen einer sich dynamisch entwickelnden Gesellschaft zu begegnen, vertiefen.