Das ehemalige Psychiatrische Krankenhaus wird künftig die Musik- und Kunstuni MUK beheimaten. Schon jetzt wird das Gelände kulturell genutzt.
Das Ganymed Ensemble und die Studierenden der Musik und Kunst Privatuniversität der Stadt Wien (MUK) wollen das Areal mit Musik, Schauspiel und Tanz mit neuem Leben erfüllen. Die Verquickung von Kunst und Psyche stößt auf großes Interesse, fast alle Termine bis zum Sommer sind ausverkauft, ab September – wegen des großen Andranges wurde die Spielzeit verlängert – sind wieder Tickets zu haben.
Die MUK ist generell eng mit dem Otto-Wagner-Areal verbunden, die Privatuni soll hierherziehen, wie Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) vergangenes Jahr im Wahlkampf verkündete, der KURIER berichtete. Die Uni übernimmt 15 der 34 denkmalgeschützten Pavillons. Sie sollen für unterschiedliche Ausbildungsbereiche wie Musik, Tanz oder Gesang adaptiert werden, auch Wohneinheiten für Studierende soll es geben. Alles steht
noch nicht fest, das „Areal ist in Entwicklung“, erklärt MUK-Direktor Andreas Mailath-Pokorny. […]
Die MUK hat international einen guten Ruf und hat schon einige prominente Namen hervorgebracht. „Darunter Nobelpreisträgerin Elfriede Jelinek oder Song-Contest-Sieger JJ “, erzählt Ludwig – und dann scherzhaft zu den anwesenden Studentinnen und Studenten gewandt: „Nur damit Sie wissen, was hier der Anspruch ist.“
Im Pavillon 16 steht eine andere MUK-Absolventin, Schauspielerin Alma Hasun, für „Ganymed Areal“ auf einem Flügel und mimt eine Pianistin, die das Gefühl für ihre Hände verloren hat. Sie trägt ein blaues Kleid, das einem Krankenhauskittel nachempfunden ist und zieht mit ihrem Monolog die Anwesenden in ihren Bann. Die mit Klavierspiel unterlegte Erzählung ist nicht nur für die Zuschauer intensiv, Hasun
wischt sich am Ende echte Tränen weg.
Mit Psyche und Trompeten: Ganymed am Otto-Wagner-Areal.
kurier.at, 23.04.2026
Von Agnes Preusser (Link)