„Ö1-Talentebörse“: Der Kontrabassist Benedikt Huber im Interview

Tu, 03.03.2026
  • Ö1 Talentebörse
Benedikt Huber. Foto © Johannes Huber
Benedikt Huber. Foto © Johannes Huber

Ein wirkungsmächtiges Instrument zur Förderung junger österreichischer Künstler*innen stellt die „Ö1 Talentebörse“ dar: Seit 2004 stellt der Kultursender Radio Österreich 1 Studierende der österreichischen Musikuniversitäten in Porträt-Interviews vor. In der „Talentebörse“ vom 28. Februar wurde der Kontrabassist Benedikt Huber vorgestellt — er ist Master-Student bei Jan Georg Leser an der MUK.

Zur Kunst ist Benedikt Huber durch ein kunstaffines Elternhaus gekommen: Das Kind zweier Musiker*innen kam von früh auf selbstverständlich in Konzerte und Ausstellungen mit. Im Alter von nur sieben Jahren begann Huber mit dem Kontrabass-Spiel und trat mit zwölf in das Programm für Jungstudierende an der Folkwang Universität der Künste in Essen ein. Heute ist der Masterstudent von Jan Georg Leser an der MUK u. a. als Substitut im Wiener Tonkünstler Orchester sowie an der Wiener Staatsoper tätig. Im Jahr 2026 wurde der junge Musiker auf Basis eines überzeugenden Probespiels für zwei Spielzeiten bei den Wiener Philharmonikern engagiert. 

Benedikt Huber tritt gerne im Ensemble auf und erlebt die Gemeinschaft beim Musizieren als „große Momente“. Im Übrigen plädiert der leidenschaftliche Brettspieler für einen beherzten Fokus auf das Wesentliche der Kunst: Huber erlebt, dass „tiefere Beschäftigung und Verständnis“ in einem „Spannungsverhältnis“ zu Vermarktung und „bloßer Effekthascherei“ steht. Mit etwas Augenzwinkern gibt er zu, „bei jedem missbrauchten 4 Jahreszeiten- oder Lacrimosa-Jingle in der Werbung oder schlechten Filmen einen kleinen inneren Anfall von Fremdscham“ zu erleben. Seine Zukunft stellt sich der junge Musiker „in einem großen Klangkörper mit Begeisterung für die Sache“ vor. 

Benedikt Huber wurde 1999 in Bregenz geboren und erhielt im Alter von sieben Jahren ersten Kontrabassunterricht in der Musikschule Wangen im Allgäu. Mit zwölf Jahren trat er in das Programm für Jungstudierende an der Folkwang Universität der Künste in Essen ein, ab 2017 absolvierte er dort ein Bachelorstudium u. a. bei Olivier Thierry, Pierre-Emmanuel de Maistre, Ömer Faruk Dede und Matthew McDonald. Derzeit studiert er im Master an der MUK bei Jan Georg Leser. 

2010 erzielte Huber den Ersten Preis bei der International Double Bass Convention in Berlin, 2013 und 2016 gewann er Erste Preise beim Bundeswettbewerb Jugend musiziert. Infolgedessen erhielt er ein Stipendium von Deutsche Stiftung Musikleben samt einem Kontrabass als Leihgabe.

Benedikt Huber engagiert sich für zeitgenössische Musik: Das solistische Début des jungen Musikers galt 2019 der Uraufführung von iDu, eines Konzerts für zwei Kontrabässe und Kammerorchester des oberösterreichischen Komponisten Alfred Huber im Wiener Musikverein gemeinsam mit dem Wiener Concertverein. Im Rahmen des MUK-Events Carte blanche à Rebecca Saunders trat er 2024 in Fury II als Solist in Begleitung eines Ensembles der MUK erneut im Musikverein auf. 

In Kooperation mit der „Ö1 Talentebörse“ des Senders Radio Österreich 1