Joe Zawinul Prize der MUK geht an Abel Marton Nagy

Wed, 27.10.2021
  • Jazz
Andreas Mailath-Pokorny (Rektor), Abel Marton Nagy (Preisträger 2021), Marianne Mendt, Günther Haas (Raiffeisen Wien), Lars Seniuk (Studiengangsleiter Jazz) © Wolfgang Simlinger
Andreas Mailath-Pokorny (Rektor), Abel Marton Nagy (Preisträger 2021), Marianne Mendt, Günther Haas (Raiffeisen Wien), Lars Seniuk (Studiengangsleiter Jazz) © Wolfgang Simlinger

Der 24-jährige Abel Marton Nagy hat die Expert*innenjury mit seinen Kompositionen und dem Wunsch nach professionellen Studioaufnahmen seiner Band ABEL marton nagy’s COSMOS BAND überzeugt. Damit erhält er das mit 3.000 Euro dotierte Projektstipendium, gestiftet von Raiffeisen Wien – Meine Stadtbank. Nach der Preisverleihung am 22. Oktober im Porgy & Bess folgte die Uraufführung vom Siegerprojekt des Vorjahres.

Die MUK widmet Joe Zawinul, einem ihrer berühmtesten Alumni, einen Exzellenz-Preis — den Joe Zawinul Prize der MUK. Der von Raiffeisen Wien - Meine Stadtbank gesponserte Preis ist mit 3.000 Euro versehen und ermöglicht jährlich einer*einem Student*in die Umsetzung eines besonders kreativen Jazz-Projekts. 2020 während der Corona-Pandemie ins Leben gerufen, ehrt der Joe Zawinul Prize der MUK das musikalische Erbe des Namensgebers und ehemaligen Studenten. Der in den Olymp der Jazzgrößen aufgestiegene Virtuose nahm während und unmittelbar nach dem 2. Weltkrieg Unterricht am damaligen Konservatorium.

„Durch den Joe Zawinul Prize der MUK und dem damit verbundenen Projektstipendium fördern wir ganz im Sinne des Ausnahmekünstlers Zawinul die musikalische Innovationskraft unserer Studierenden. Es ist uns ein großes Anliegen, interdisziplinär zu arbeiten und einen offenen Umgang mit Stilmitteln und verschiedenen Genres zu pflegen. Wer künstlerische Exzellenz erlangen will, muss sich ausprobieren können. Mit diesem Projektstipendium unterstützen wir die musikalische Grenzüberschreitung und die Weiterentwicklung der Jazz-Musik“, so Rektor Dr. Andreas Mailath-Pokorny


Jury des 2. Joe Zawinul Prize

Über die Vergabe des Preises entscheidet eine renommierte Fachjury, in diesem Jahr bestehend aus Lars Seniuk (Professor und Jazz-Studiengangsleiter an der MUK), Viola Hammer (Dozentin für Jazz-Gehörschulung an der MUK), Philipp Gerschlauer (Jazztheorie- und Ensembledozent an der MUK), Helge Hinteregger (mica austria und Musikbusiness-Dozent an der MUK), Andreas Felber (Leiter der Ö1 Jazzredaktion), Christoph Huber (Porgy & Bess Wien), Astrid Wiesinger (freischaffende Musikerin der jungen Wiener Jazzszene) und Tony Zawinul (Sohn von Joe Zawinul und Gründer der Joe Zawinul Foundation of Achievement).

„Es gab wieder eine Vielzahl herausragender Projekt-Einreichungen zum zweiten Joe Zawinul Prize“, freut sich Univ.-Prof. Lars Seniuk, MUK Jazz-Studiengangsleiter, Mitinitiator des Preises und selbst begnadeter Komponist, Dirigent und Trompeter. „Nach Sichtung aller Bewerbungsunterlagen und intensiver Beratung fiel die Wahl auf Abel Marton Nagy. Der Komponist und Multiinstrumentalist überzeugte durch halsbrecherische Kreativität, gepaart mit großem Können und technischer Virtuosität. Seine Musik ist geprägt vom eigenen ungarischen Erbe, ungewöhnlichen Taktarten, den elektronischen Klängen des Fusion Jazz sowie dem zeitgenössischen Pop und Rock.“


Preisverleihung und Uraufführung im Porgy & Bess

Der zweite Joe Zawinul Prize wurde Abel Marton Nagy am 22. Oktober im Wiener Jazz-Club Porgy & Bess verliehen. „Ich fühle mich wirklich geehrt, mit einem Preis ausgezeichnet zu werden, der nach einem meiner größten Vorbilder benannt ist“, freut sich Abel Marton Nagy und erzählt: „Ich habe die ABEL marton nagy’s COSMOS BAND im Jahr 2019 gegründet, um meine Songs zu spielen. Dass Menschen, die ich bewundere und vor deren Arbeit ich großen Respekt habe, Potenzial in unserer Musik sehen, macht mich sehr glücklich.“ In der Ö1 Jazznacht, Sendung vom 23.10.2021, wurde der diesjährige Preisträger vorgestellt.

Günther Haas, Raiffeisen Wien – Meine Stadtbank: „Mit dem Joe Zawinul Prize der MUK unterstützen wir als Sponsor die Verwirklichung progressiver künstlerischer Ideen. Ich bin beeindruckt von der Qualität der musikalischen und interdisziplinären Darbietungen und freue mich auf das Konzert von Abel Marton Nagy und seiner Band im nächsten Jahr.“

Neben dem Preisgeld von 3.000 Euro für die Umsetzung der Studioaufnahmen erhält Abel Marton Nagy außerdem einen gerade für Musiker*innen wertvollen Sachpreis: Die neuen Bluetooth Profi-Kopfhörer Hi-X25 der Firma Austrian Audio.

Unter den Gratulierenden war auch die österreichische Jazz-Ikone Marianne Mendt, die selbst an der MUK studiert hat. Moderiert wurde die Veranstaltung von Ines Dominik-Reiger.


Uraufführung des Ensembles „zwischen uns“

Der Posaunist Daniel Holzleitner gewann 2020 den ersten Joe Zawinul Prize. „Für mich war es eine große Ehre und auch ein Lichtblick in den düsteren Zeiten des zweiten Lockdowns eine derartige Wertschätzung zu erfahren“, erinnert sich Daniel Holzleitner. „Der Joe Zawinul Prize der MUK gab mir die Motivation und Möglichkeit, das damals noch recht junge, interdisziplinäre Kunstprojekt ‚zwischen uns‘ zufriedenstellend weiterentwickeln zu können. Das Preisgeld hat es uns als Ensemble ermöglicht, diverse, nicht primär artistische Komplikationen, die sich bei der Realisierung eines derartig vielschichtigen Projektes ergeben, zu überwinden. Auf künstlerischer Ebene konnten wir den gemeinsamen Wunsch realisieren, uns inszenatorische Beratung von Gernot Plass und Sophia Hörmann für die interdisziplinäre Musikperformance ‚Vox Humana‘ zu holen.“

Das fünfköpfige Ensemble „zwischen uns“ (Andrea Edlbauer, Saxophon; Gregor Fussenegger, Violine; Daniel Holzleitner, Posaune; Julia Mikusch; Schauspiel und Constantin Hemetsberger alias Hruod Seekind, Texte und elektronisches Sounddesign) bot am 22. Oktober Einblicke in die vielfältigen Arbeiten, die seit der Preisverleihung 2020 entstanden sind. Vox Humana erzählt vor dem Hintergrund einer zunehmend technologisierten, computergesteuerten Welt, von der Sprache der Macht und der menschlichen Ohnmacht, wenn es um Gefühle, wie die Liebe geht, und verbindet verschiedene Kunstdisziplinen wie die zeitgenössische klassische Musik und das Schauspiel mit Jazz und Improvisation.

Der Joe Zawinul Prize der MUK wird jährlich in Kooperation mit der Joe Zawinul Foundation of Achievement veranstaltet und ist offen für Bewerbungen von Studierenden aller Fachrichtungen, die besonders innovative Projektideen im Bereich der Jazz-Musik umsetzen möchten. 

Wir bedanken uns bei allen Beteiligten und gratulieren Abel Marton Nagy herzlich!

Wir danken der Raiffeisen Wien — Meine Stadtbank für die Unterstützung!