Jörg Zwicker, Professor für Historisches Violoncello am Institut für Alte Musik der MUK, pflegt seit Jahren enge Kontakte zur Ukraine und reiste auch in diesem Sommer trotz der anhaltenden Kampfhandlungen für Kooperationsprojekte nach Kyiv.
Im Mittelpunkt der ersten Woche stand die Einstudierung der wiederentdeckten Oper Creonte (1777) von Dmitri Bortniansky. Für diese Produktion wurde eigens eine neue musikhistorisch-wissenschaftliche Edition des Werkes erstellt.
Die Einstudierung führte zu einem Konzert in der ausverkauften Nationalphilharmonie Kyiv. Im Anschluss wurde die Oper gemeinsam mit dem Chor und Orchester der Liatoshynsky Capella Kyiv für eine CD-Produktion aufgenommen.
Das zweite Projekt führte die langjährige Zusammenarbeit mit der Kyiv Camerata und die gemeinsame Beschäftigung mit der Musik des Barock fort. Ziel der Kooperation ist es, ein modernes Orchester an historisch informierte Aufführungspraxis heranzuführen.
Mit Le Roi Danse stand prachtvolle Musik des französischen Hofes unter Ludwig XIV. im Mittelpunkt, insbesondere Werke von Jean-Baptiste Lully. Auch dieses Konzert fand in der Nationalphilharmonie Kyiv statt.
Die Zusammenarbeit mit den ukrainischen Musiker*innen wird auch in der kommenden Saison fortgesetzt. Bereits jetzt liegen mehrere Einladungen und konkrete Projekte vor, darunter:
Die Fortsetzung dieser Zusammenarbeit ist ein wichtiges Zeichen: Auch unter den Bedingungen eines Krieges wird in der Ukraine musiziert, gelehrt, geforscht und kulturelles Erbe bewahrt. Die Musik kann den Krieg nicht beenden — aber sie kann sowohl Musiker*innen als auch Zuhörenden für einige Stunden Hoffnung, Kraft und ein Stück Normalität geben.
Diese Leitgedanken motivierten Jörg Zwicker zur Gründung des „Vereins zur Unterstützung ukrainischer Musikschaffender und Musikprojekte“ zur nachhaltigen Förderung des kulturellen Lebens in der Ukraine.
Nähere Infos zu den aktuellen Förderprojekten und Hilfsmaßnahmen gibt es unter www.ukrainemusicproject.eu.