10. Gesundheitstage „Künstler*innen für Künstler*innen“

Di, 13.10.2026, 10:00‒15:30  Uhr

Zum 10. Mal finden an der MUK bereits die „Gesundheitstage“ für Künstler*innen statt. Als Referent*innen werden hierfür speziell Künstler*innen eingeladen, die gesundheitliche (Zusatz-)Berufe eingeschlagen und studiert haben. Sie wissen um physische und psychische Belastungen im künstlerischen Alltag aus erster Hand Bescheid und geben Einblicke in die Materie. Nach kurzen Impulsvorträgen folgen Workshops, in denen speziell auf die Bedürfnisse und Anforderungen im Künstler*innenalltag eingegangen wird und Übungen zur Prävention vorgestellt werden.

Leitung: Jörg Zwicker


PROGRAMM:

10:00—11:30 Uhr: Leonard Königseder, Effektiv üben — Neuropsychologie von Bewegung & Vorstellung

Wie können wir Bewegungsabläufe effizient lernen, festigen und zuverlässig abrufen? Der Workshop beleuchtet die neuropsychologischen Grundlagen des Übens und zeigt, wie unser Gehirn Bewegungen plant, speichert und automatisiert. Im Mittelpunkt stehen dabei das Zusammenspiel von Bewegung und mentaler Vorstellung sowie die Frage, wie diese Prozesse für nachhaltiges und effizientes Üben genutzt werden können.

Leonhard Königseder ist Sportpsychologe, Musiker und Pädagoge. Nach langjähriger Tätigkeit als Schlagwerker/Pauker der Grazer Philharmoniker verlagerte er seinen Schwerpunkt zunehmend auf die Verbindung von Musik, Psychologie und mentaler Leistungsfähigkeit. Seit 2019 lehrt er an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien in den Bereichen Mentaltraining, Konzentrationspraxis, Autogenes Training und Musikphysiologie. Ab Oktober 2026 übernimmt er dort die Leitung der Abteilung Musikphysiologie. Als Sportpsychologe begleitet er Musiker*innen sowie Athlet*innen und arbeitet mit renommierten Orchesterakademien und Musikinstitutionen zusammen. Er ist zudem Mitgründer von Play & Pause – Zentrum für ganzheitliche Performance in Wien. 
Mehr Informationen auf www.leonhard-koenigseder.com


11:45—13:15 Uhr: Veronika Schulz, Zwischen Virtuosität und Kontrollverlust — Die fokale Dystonie im Musikerberuf

Was passiert, wenn eine Bewegung, die über Jahre perfektioniert wurde, plötzlich nicht mehr zuverlässig funktioniert? Die fokale Dystonie stellt Musiker*innen vor eine besondere neurologische und zugleich künstlerische Herausforderung. Der Workshop gibt einen Einblick in die Entstehung, die typischen Symptome und mögliche Behandlungsansätze der fokalen Dystonie. Dabei geht es nicht nur um die neurologischen Grundlagen, sondern auch um die Auswirkungen auf das musikalische Spiel und den Umgang mit dieser besonderen Herausforderung.

Veronika Schulz wurde in Wien geboren und studierte Violine bei Alfred Staar und Gerhard Schulz. 2001 schloss sie ihr Konzertfachstudium an der Universität für Musik in Wien mit Auszeichnung ab. Neben ihrer Konzerttätigkeit in verschiedenen Orchestern und Ensembles ist sie seit vielen Jahren als Violinpädagogin tätig, unter anderem an den Musikschulen der Stadt Wien. Weiterführende postgraduale Ausbildungen in Musikphysiologie und Mentaltraining für Musiker*innen sowie ihre Tätigkeit im Bereich Bühnen- und Auftrittscoaching ergänzen ihre musikalische und pädagogische Arbeit. 
Ein besonderer Schwerpunkt ihrer Arbeit liegt auf dem Zusammenspiel von Körper, Bewegung, Wahrnehmung und mentalen Prozessen beim Musizieren.


14:00—15:30 Uhr: Martin Weber, Medikamentenmissbrauch bei Musiker*innen: Beta-Blocker, Schmerzmittel & Co.

Besser, schneller, länger — der allgemeine Trend zur Selbstoptimierung schlägt insbesondere in Bereichen durch, in denen außergewöhnliche Leistungen gefragt werden. Ein Überblick über Substanzen, die häufig im künstlerischen Bereich zum Einsatz kommen, sowie deren Wirkung wird ergänzt durch den Blick auf die Risiken, die ein missbräuchlicher Konsum birgt — bis hin zu einer Abhängigkeitserkrankung.

Martin Weber studierte Sprachen und landete als Quereinsteiger im Sozialbereich. Seit mehr als 26 Jahren ist er in unterschiedlichen Funktionen im Dialog — Individuelle Suchthilfe, einer der größten und ältesten ambulanten Suchthilfeeinrichtungen Österreichs, tätig. Er hat den Bereich Suchtprävention und Früherkennung mit aufgebaut. Hier arbeitet er schwerpunktmäßig in der betrieblichen Suchtprävention, unter anderem mit der mdw und der Volksoper, was seiner Begeisterung für klassische Musik sehr entgegenkommt.

Termin
Di, 13.10.2026, 10:00‒15:30  Uhr
Veranstaltungsort
Musik und Kunst Privatuniversität der Stadt Wien, Konzertsaal Singerstraße 26 1010 Wien
Kartenpreise
Eintritt frei

Teilnahme nur für Angehörige der MUK.