Beim Sounding Visions Award 2026 der IGNM Austria errang der Posaunist und MUK-Absolvent Pablo Marin-Reyes im Oktober den 1. Preis ex aequo für sein Projekt „Reflexionen: Resonant Bodies“. Der Preis zeichnet innovative, kooperative und transdisziplinäre Konzertformate aus.
Bereits zum dritten Mal hatte die IGNM Austria (Internationale Gesellschaft für Neue Musik Österreich) den Sounding Visions Award ausgeschrieben und dazu eingeladen, „visionäre Konzertformate zu entwickeln, die neue Wege des Hörens, Denkens und Erlebens von Musik eröffnen“. Beim Finalist*innenkonzert am 2. Oktober im Sonic Lab der Anton Bruckner Privatuniversität Linz setzten sich Tahereh Nourani-Mokaram-Doust sowie Pablo Marin-Reyes (gemeinsam mit Zlata Zhidkova) als es aequo-Sieger*innen durch.
Marin-Reyes’ Reflexionen: Resonant Bodies ist ein 45-minütiges Konzertformat für Posaunen, Live-Elektronik, Video und räumlichen Klang, das die Wahrnehmungsmodalität des Hörens im Sinne einer körperlichen, räumlichen und performativen Erfahrung untersucht. Zuletzt war der Posaunist im November 2025 mit Spiel und performativen Elementen beim Konzert Ionisation instrumentale #6 im MUK.theater aufgefallen, wo er gemeinsam mit dem Ensemble Ionisation instrumentale unter Leitung von Mikael Rudolfsson Sofia Gubaidulinas Verwandlung für Posaune, Saxophonquartett, Violoncello, Kontrabass und Tam-Tam aufführte.
Pablo Marin Reyes, Jahrgang 1992, schloss nach einem Bachelorstudium an der Universität von Costa Rica (UCR) im Jahr 2024 das Masterstudium Posaune an der MUK ab. Ein Schwerpunkt des Künstlers liegt im Bereich der Neuen Musik. So etwa gab er 2021 sein Debüt beim Klangforum Wien und wirkte seither bei Uraufführungen zusammen mit der Neuen Oper Wien, dem Ensemble Zeitfluss (Graz) sowie mit dem Ensemble des XXI. Jahrhunderts mit. Seit 2022 konzertiert Marin-Reyes gemeinsam mit dem Black Page Orchestra, einem auf zeitgenössische und experimentelle musikalische Formen spezialisierten Ensemble.