Warum Neue Musik singen? Welche ästhetischen und gesangtechnischen Möglichkeiten und Herausforderungen bringt die Arbeit mit und an der sich allseits und oft grundlegend verändernden aktuellen Musik mit sich? Was ist so spannend daran, sich immer wieder neu dieser sehr intensiven Arbeit zu stellen?
Gesang in der Neuen Musik aus sängerischer Sicht:
Was ist die Verbindung zur im klassischen Gesangsstudium vermittelten Technik? Oder anders: Wie kann ich stimmgesund arbeiten? Kann das spielerische Experimentieren manchmal sogar befreiend wirken? Wie denken Komponist*innen?
Komponieren für Stimme:
Welche Möglichkeiten hat die menschliche Stimme? Welche wichtigen Werke für Stimme gibt es? Wie kommuniziere ich über Stimme?
Wir beschäftigen uns mit grundständigem Repertoire, spannenden Gesangstechniken — die wir auch ausprobieren — sowie den oben gelisteten Fragen: der „Übersetzung und Vermittlung“ zwischen Komposition und Stimme.
Frauke Aulbert, Sopran, Extremgesang, Komposition, Performance, gilt als eine der aktivsten und vielseitigsten Sängerinnen in der Neuen Musik. Die Arbeit von „Hamburgs Avantgarde-Queen“ (Hamburger Abendblatt) reicht von der virtuosen Interpretation musikalischer und körperlicher Kompositionen, ihrer leidenschaftlichen Tätigkeit als Stimmforscherin bis hin zur Gestaltung eigener Werke, oft an der Grenze zur Bildenden Kunst und zum Theater. Nach einer klassischen Gesangsausbildung liegt der Schwerpunkt ihrer Arbeit auf der Erforschung der menschlichen Stimme an sich und der Betrachtung all derer Möglichkeiten als künstlerisch gleichwertig. So studiert Aulbert verschiedenste traditionelle und experimentelle Gesangstechniken wie Distortion, Obertongesang, Geisha-Gesang (Kouta), Noh, Dhrupad, Beatboxing etc. Sie erhielt u. a. den 1. Preis der Stockhausen Stiftung, sowie Künstlerresidenzen an der Cité des Arts Paris, Goethe Institut Rom, Akademie Schloss Solitude, Villa Kamogawa Kyoto sowie 2027 das KI-Stipendium des Musikfonds.
Konzertreisen führten sie durch alle Kontinente, vom Berghain Berlin über Klangspuren Schwaz bis zur Opera Bastille (2028/29). Ihre eigenen Werke fanden (Ur-)Aufführung u. a. bei Klang Kopenhagen, Warschauer Herbst, Resonant Bodies NYC, Ensems Valencia etc. Aulbert arbeitet u. a. mit Claus Guth, Chaya Czernowin, Sofia Gubaidulina, Georges Aperghis, Neo Hülcker, Jennifer Walshe, Brigitta Muntendorf, Alexander Schubert, Yalda Zamani, Johannes Kalitzke, Peter Rundel und dem RTE National Symphony Orchestra, Sie ist künstlerische (Mit-)Leiterin ihrer Ensembles Collect/Project (Hamburg/Chicago), Trio Generator Berlin sowie Gründungsmitglied von Decoder Ensemble. Sie studierte in Kiel, Tenerifa und Hamburg; ihre Diplomarbeit schrieb sie zum Thema Obertongesang in zeitgenössischer Musik. 2020 rief sie in Hamburg das Festival für Immaterielle Kunst ins Leben, welches Performativität in der Neuen Musik mit Performancekunst fusioniert. Sie war Gastdozentin u. a. an der KUG Graz und lehrt aktuell an der HfMT Hamburg.
www.stimmkuenstlerin.de
Aktive Teilnahme für Kompositions- und Gesangsstudierende der MUK.