Mario Brunello ist einer der vielseitigsten Künstler seiner Generation — als Solist, Kammermusiker, Dirigent und Pionier des Cello Piccolo. Im Jahr 1986 gewann er als erster Europäer den Tschaikowsky-Wettbewerb in Moskau. Brunello ist ein außergewöhnlich talentierter Cellist mit einem weit gefächerten Repertoire, das von alter bis zeitgenössischer Musik reicht.
Brunellos authentisches und leidenschaftliches Spiel eröffnete ihm die Zusammenarbeit mit den renommiertesten Dirigenten unserer Generation wie Antonio Pappano, Myung-Whung Chung, Yuri Temirkanov, Zubin Mehta, Ton Koopman, Manfred Honeck, Riccardo Muti, Daniele Gatti, Seiji Ozawa und Riccardo Chailly und Claudio Abbado.
Mario Brunello hat mit vielen der weltweit führenden Orchester zusammengearbeitet, darunter dem London Symphony, London Philharmonic, Liverpool Philharmonic, Philadelphia Orchestra, San Francisco Symphony, NHK Symphony Tokyo, der Accademia di Santa Cecilia, dem Orchestre Philharmonique de Radio France und Orchestre Philharmonique de Monte-Carlo, Filarmonica della Scala und Münchner Philharmoniker, um einige zu nennen.
Die Konzerttätigkeit von Mario Brunello ist sowohl in Italien als auch im Ausland sehr intensiv. Zu seinen jüngsten Engagements zählen Konzerte in der Wigmore Hall in London, dem Gstaad Festival, der Fundaçao Gulbenkian in Lissabon, dem Bachcelona Festival in Barcelona, dem Concertgebouw in Amsterdam, Muziekgebouw in Eindhoven, Vredenburg in Utrecht, der Kioi Hall in Tokio, der Berliner Philharmonie und dem Istanbul Sanat Konzertsaal, Salle de Musique de La Chaux-de-Fonds, Sala Verdi in Mailand, Auditorium Lingotto in Turin und Parco della Musica in Rom.
Brunello spielt ein wertvolles Maggini Cello aus dem frühen 17. Jahrhundert, hinzu kommt seit einigen Jahren ein viersaitiges Cello Piccolo. Letzteres Instrument war in der Barockzeit weit verbreitet — bei J. S. Bach findet man es in etwa zehn Kantaten. Brunellos Instrument, inspiriert von einem aktuell in Cremona befindlichen Amati-Modell, ist in der typischen Violin-Stimmung (E, A, D, G) gestimmt, jedoch eine Oktave tiefer, wodurch es die für das Cello charakteristische Tiefe und dunkleren Farbtöne erhält. Diese Besonderheiten haben Brunello dazu veranlasst, sich mit den musikalischen Meisterwerken des Geigen-Repertoires von Bach, Vivaldi, Tartini und ihren Zeitgenossen auseinanderzusetzen.
Die Aufnahme der gesamten Sonaten und Partiten von J. S. Bach mit dem Cello Piccolo war Mario Brunellos bahnbrechende erste Aufnahme für Arcana/Outhere im Jahr 2019 und erhielt von der Kritik große Anerkennung. Das Potenzial des Cello Piccolo wurde in einem zweiten Album Sonar in Ottava mit Giuliano Carmignola, der Accademia dell’Annunciata und Riccardo Doni vertieft, welches vom BBC Music Magazine als beste Konzertaufnahme des Jahres 2020 ausgezeichnet wurde. Das dritte Album, Giuseppe Tartini anlässlich seines 250. Todestages gewidmet, wurde mit dem Diapason d'Or ausgezeichnet.
Das Album mit J. S. Bachs Sei Suonate a cembalo certato e violino solo bereichert die BRUNELLO BACH SERIES-Trilogie für Arcana/Outhere, die im Januar 2023 mit der letzten CD mit dem Titel Bach Transcriptions abgeschlossen wurde und Transkriptionen verschiedener Konzerte Bachs enthält; Mario Brunello, am Cello Piccolo, wird hier erneut von der Accademia dell'Annunciata und Riccardo Doni begleitet.
Aus einer engen Zusammenarbeit mit der Kremerata Baltica und Gidon Kremer entstanden zwei weitere außergewöhnliche Aufnahmen: The Protecting Veil von Tavener, aufgenommen beim Lockenhaus Festival, und Searching for Ludwig (2020), eine Hommage an Beethoven mit zweien seiner Quartette in einer Fassung für Streichorchester, sowie mit einigen zeitgenössischen, von Beethoven inspirierten Stücken von Léo Ferré und Giovanni Sollima.
Im März 2024 veröffentlichte ARCANA OUTHERE ein neues Album, das Weinbergs Vier Cello-Sonaten gewidmet ist. Die Aufnahme erhielt internationale Anerkennung und wurde vom Rondo Magazine, Diapason und Musica mit fünf Sternen sowie mit dem renommierten „Amadeus d’Or“ des italienischen Magazins Amadeus ausgezeichnet. Das Scherzo Magazine würdigte die Aufnahme als „außergewöhnlich“ und nominierte sie für die ICMA Awards 2025.
Zuletzt nahm Mario Brunello zwei bedeutende Werke des 20. Jahrhunderts auf: Mansurians Cellokonzert Nr. 4 und Weinbergs Cellokonzert op. 43 mit dem Armenischen Staatlichen Symphonieorchester unter der Leitung von Sergej Smbatyan; das Album erscheint voraussichtlich im Frühjahr 2026.
Mario Brunello ist künstlerischer Leiter der Festivals Arte Sella und I Suoni delle Dolomiti, sowie seit 2020 des Stresa Festivals.
Aktive Teilnahme nur für Studierende der MUK.