Die italienische Komponistin Francesca Verunelli zählt zu den markantesten Stimmen der jüngeren Generation in der zeitgenössischen Musik. Ihre Werke verbinden klangliche Präzision mit einer außergewöhnlichen Sensibilität für Zeit, Wahrnehmung und musikalische Form.
Für die Carte blanche-Reihe des MUK, in der zeitgenössische Komponist*innen gemeinsam mit Studierenden ein Konzertprogramm gestalten, hat Verunelli einen Abend kuratiert, der ihre eigene musikalische Sprache in einen Dialog mit Werken von Komponist*innen bringt, die — mit Ausnahme von Beat Furrer und Gérard Pesson — ihrer eigenen Generation angehören und die sie als „Mitstreiter*innen“ betrachtet. Teil einer künstlerischen Gemeinschaft musikalischer „Entdecker*innen“ zu sein — von denen jeder seine eigene Stimme hat, die jedoch miteinander im Dialog stehen — und den Dialog mit diesen Freund*innen, Komponist*innen und Interpret*innen zu pflegen, steht im Mittelpunkt ihrer kompositorischen Praxis.
Neben zwei Kompositionen von Verunelli selbst umfasst das Programm Werke von Beat Furrer, Gérard Pesson, Silvia Borzelli, Christophe Bertrand und Cassandra Miller: fünf unverwechselbare Stimmen der zeitgenössischen europäischen Musik, deren vielfältige künstlerische Ansätze durch eine gemeinsame Neugier auf neue Klangwelten und Ausdrucksformen vereint sind. Anstatt einen stilistischen Überblick zu geben, webt das Programm ein fein verwobenes Netz musikalischer Beziehungen und bietet einen Einblick in einige der künstlerischen Verbindungen, die Verunellis Werk zugrunde liegen. Ihr einziges Bedauern in Bezug auf dieses Programm ist, dass sie viele andere Freund*innen und Künstlerkolleg*innen, die ihr ebenso nahestehen und wichtig sind, nicht einbeziehen kann.
Das Konzert beginnt mit Gérard Pessons La lumière n’a pas de bras pour nous porter, gefolgt von Verunellis In My Beginning Is My End (ma fin est mon commencement), das den ersten Schwerpunkt des Programms bildet. Beat Furrers Voicelessness: The Snow Has No Voice, Silvia Borzellis Wooden, Cassandra Millers for mira und Christophe Bertrands Haïku erweitern diesen musikalischen Dialog durch ihre unverwechselbaren zeitgenössischen Klangwelten. Der Abend endet mit Verunellis In bianco e nero für Akkordeon, Kontrabass und Elektronik. Das Werk erforscht den nahtlosen Übergang zwischen instrumentalen und elektronischen Klängen: Während die instrumentalen Klänge im Licht erzeugt werden, entstehen die elektronischen in völliger Dunkelheit, doch diese beiden sehr unterschiedlichen Klangwelten überschneiden sich niemals. Auf diese Weise wird das Gegenteil der „musique mixte“ erforscht: Diese beiden sehr weit voneinander entfernten Arten der Klangexistenz werden in eine einzige musikalische Reise verwandelt.
In Kooperation mit Wien Modern.
PROGRAMM:
Gérard Pesson (geb. 1958)
La lumière n’a pas de bras pour nous porter für Klavier solo
Francesca Verunelli (geb. 1979)
In My Beginning Is My End (ma fin est mon commencement) für vier Baritonsaxophone
Beat Furrer (geb. 1954)
Voicelessness. The Snow Has No Voice für Klavier solo
Silvia Borzelli (geb. 1978)
Wooden für Solo-Percussion
Cassandra Miller (geb. 1976)
For Mira für Violine solo
Christophe Bertrand (geb. 1981)
Haïku für Klavier solo
Francesca Verunelli
In bianco e nero für Akkordeon, Kontrabass und Elektronik
BESETZUNG:
Maya Purdue, Klavier
Emxavian:
Emma Nigg, Baritonsaxophon
Franz Xaver Gumpenberger, Baritonsaxophon
Vid Verdinek, Baritonsaxophon
Anže Klančar Jurjavčič, Baritonsaxophon
Liwen Charlotte Yang, Klavier
Andrea Pio Fracchiolla, Schlagwerk
Marina Caputo, Violine
Kyoka Sasaya, Klavier
Jingyang Wang, Akkordeon
Martin Wagner, Kontrabass
Karten beim Musikverein Wien online sowie unter +43 1 505 8190 und tickets@musikverein.at erhältlich.
Der Vorverkaufstermin wird zu einem späteren Zeitpunkt bekannt gegeben.
Dieses Konzert ist Teil des vierteiligen Zyklus HIGH CLASS II und auch im Abonnement erhältlich.