MUK meets IFK

2019 wurde eine Kooperation mit dem renommierten Internationalen Forschungszentrum Kulturwissenschaften (IFK) für die neue Vortragsreihe MUK meets IFK abgeschlossen.

Im Rahmen von MUK meets IFK soll pro Semester ein Vortrag von einem*einer hochkarätigen Gastwissenschafter*in stattfinden, wobei sich die MUK und das IFK als Veranstaltungsorte abwechseln. Den Auftakt dieser Veranstaltungsreihe bildete der Vortrag Brüder, Töchter, Freunde und verkleidete Frauen: Beethovens Transgressionenden Prof.em. Dr. Thomas Macho, Direktor des IFK, am 4.12.2019 an der MUK gehalten hat. Den nächsten Vortrag — Von Übermarionetten und somnambulen Schauspieler*innen — wird Prorektorin Ass.Prof.in Dr.in Rosemarie Brucher am 12.11.2020 am IFK halten. Danach sollen externe Wissenschafter*innen eingeladen werden. Für März 2021 wurde bereits die Germanistin Prof.in Dr.in Ethel Matala de Mazza von dem Institut für Deutsche Literatur der Humboldt-Universität zu Berlin eingeladen. Sie wird über den Anteil der „populären Form“ Operette am Durchbruch der Moderne sprechen.

Chronik

Aus dem Haus. Tanzende Verhältnisse im Theater der Operette

Als Spielart der Boulevardkomödie unterhält die Operette seit ihren Anfängen in der Mitte des 19. Jahrhunderts eine enge Beziehung zur Großstadt, ihren Straßen und der Menge, die dort unterwegs ist. In Paris und anderen Metropolen Europas wurde diese Menge als Unruhestifterin seit 1789 gleich mehrfach auffällig. Zudem prägte sie das Stadtbild dadurch, dass sie im Vergnügungsleben ihrem Bewegungsdrang freien Lauf ließ.

Der Vortrag geht den Operettenchoreographien der mobil gemachten Menge nach und beleuchtet die Verquickungen dieses Unterhaltungstheaters sowohl mit der politischen Geschichte moderner Massenbewegungen als auch mit den industriellen Revolutionen in Verkehr und Technik, dank deren die Verhältnisse ständig neu zum Tanzen gebracht werden. Ihnen verdanken die Theaterfeste dieser turbulenten Musikdramen ein ebenso buntes wie nomadisches Personal, das den häuslichen vier Wänden – bis dahin typischer Komödienschauplatz – freiwillig den Rücken kehrt, wenn es denn überhaupt ein Heim besitzt.

Vortragende: Ethel Matala de Mazza 

Ethel Matala de Mazza ist Professorin für Neuere deutsche Literatur an der Humboldt-Universität zu Berlin. Ihre Forschungen gelten der Literatur- und Theoriegeschichte des politischen Imaginären, der Theorie und Ästhetik kleiner Formen sowie Wechselbeziehungen zwischen Demokratie und Massenkultur. 2018 erschien ihre Monographie Der populäre Pakt. Verhandlungen der Moderne zwischen Operette und Feuilleton (Frankfurt/Main: Fischer Verlag).

 

Do 11.03.2021 18:15

Diese Veranstaltung wird an dem oben genannten Termin online via Zoom unter diesem Link zur Verfügung stehen: https://us02web.zoom.us/j/89956066410


Hier finden Sie eine Aufnahme der Audiospur des Vortrags: https://www.ifk.ac.at/medien-detail/ethel-matala-de-mazza-aus-dem-haus-tanzende-verhaeltnisse-im-theater-der-operette.html​​​​​​​

Von Übermarionetten und somnambulen Schauspieler*innen

Welches künstlerische Potenzial bergen Zustände des Halbbewusstseins? Was haben Somnambule mit Marionetten gemein? Und welche Vorzüge halten diese gegenüber herkömmlichen Schauspieler*innen bereit? Rosemarie Brucher geht diesen Fragen auf den Grund.

Sowohl in Heinrich von Kleists Schrift Über das Marionettentheater (1810) als auch in Edward Gordon Craigs schauspieltheoretischen Überlegungen zur „Übermarionette“ am Beginn des 20. Jahrhunderts wird eine allzu große Bewusstheit der ausführenden Künstler*innen als nachteilig für den künstlerischen Prozess bewertet. Dem gegenüber stehen Versuche, Zustände des Halbbewusstseins, wie sie beispielsweise den Somnambulismus kennzeichnen, für die Kunst nutzbar zu machen. Deren Erschließung bildet das Zentrum der sich über die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts generierenden Psychowissenschaften und findet um 1900 nun auch Eingang in kunsttheoretische Fragestellungen. Der Vortrag fokussiert diese Adaptionen bewusstseinstheoretischer Überlegungen in einer Gegenüberstellung von Kleist und Craig und deren jeweiligen Überlegungen zur (Über-)Marionette.

Vortragende: Rosemarie Brucher

Do 12.11.2020 18:15
Musik und Kunst Privatuniversität der Stadt Wien

Johannesgasse 4a
1010 Wien

Brüder, Töchter, Freunde und verkleidete Frauen: Beethovens Transgressionen

aus der Reihe „TransXgression: Kunst – Skandal – Entgrenzung“

Der Vortrag kommentiert zunächst einleitend den Text der "Ode an die Freude", bekanntlich Europahymne seit 1986, um danach den Wandel des Frauenbildes zwischen 1805 und 1814, also zwischen "Leonore" und "Fidelio", zu beleuchten. Schließlich werden einige Filmszenen in Erinnerung gerufen und interpretiert, vorrangig aus Stanley Kubricks "A Clockwork Orange" (von 1971).

Thomas Macho ist seit 1. März 2016 Direktor des Internationalen Forschungszentrums Kulturwissenschaften (IFK)

Die Veranstaltung bildet den Auftakt der neuen Reihe MUK meets IFK.

Mi 4.12.2019 18:00
Musik und Kunst Privatuniversität der Stadt Wien

Erkersaal (2. Stock), Johannesgasse 4a
1010 Wien

In Kooperation mit dem IFK.


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Die MUK versteht sich als progressive Musik- und Kunstuniversität, die in den Bereichen Musik, Tanz, Schauspiel und Gesang kulturelle Werte schafft. Die MUK ist die einzige Universität im Eigentum der Stadt Wien und vereint hier den international besten Nachwuchs und herausragende Lehrende.
 

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