MUK meets IFK

Only available in German language!

2019 wurde eine Kooperation mit dem renommierten Internationalen Forschungszentrum Kulturwissenschaften (IFK) für die neue Vortragsreihe MUK meets IFK abgeschlossen.

Im Rahmen von MUK meets IFK soll pro Semester ein Vortrag von einem*einer hochkarätigen Gastwissenschafter*in stattfinden, wobei sich die MUK und das IFK als Veranstaltungsorte abwechseln. Den Auftakt dieser Veranstaltungsreihe bildete der Vortrag Brüder, Töchter, Freunde und verkleidete Frauen: Beethovens Transgressionenden Prof.em. Dr. Thomas Macho, Direktor des IFK, am 4.12.2019 an der MUK gehalten hat. Den nächsten Vortrag — Von Übermarionetten und somnambulen Schauspieler*innen — wird Prorektorin Ass.Prof.in Dr.in Rosemarie Brucher am 12.11.2020 am IFK halten. Danach sollen externe Wissenschafter*innen eingeladen werden. Für März 2021 wurde bereits die Germanistin Prof.in Dr.in Ethel Matala de Mazza von dem Institut für Deutsche Literatur der Humboldt-Universität zu Berlin eingeladen. Sie wird über den Anteil der „populären Form“ Operette am Durchbruch der Moderne sprechen.

Aktuelle Veranstaltungen

MUK MEETS IFK: VORTRAG VON ISABEL MUNDRY

DIE GESTE DES HÖRENS IM KOMPONIEREN

In Kulturen, deren Musik von Ohr zu Ohr, also ohne Notation weitergetragen wird, wirkt die Praxis eines Aufführens durch das Erinnern auf die musikalische Zeitgestalt ein. Die Gregorianischen Gesänge des Mittelalters sind ein Beispiel dafür, wie sich das Zusammenspiel zwischen dem Hervorrufen, Vergegenwärtigen und Erneuern in den Strukturen akustisch abbildet. 

Diese Musik bildet Schemata aus, die verbindlich genug sind, um erinnerbar zu sein, und offen genug, um Neues eindringen zu lassen. Daraus ergeben sich komplexe Formen zwischen dem Ritualisierten und dem Einmaligen. Es ist eine Musik des Zuhörens in zweifachem Sinne: Das einst Gehörte wird aufgerufen, und das Hören im Jetzt ermöglicht seine Transformation. Seit der Notation von Musik hat sich eine andere Idee des Hörens ausgebildet, weniger ausgerichtet auf das Vergangene und das Jetzt der Performance als auf das Kommende. Sie verbindet sich mit dem Imaginieren einer noch ungehörten Musik und einhergehend damit mit dem Ideal neuer, autonomer Strukturen und Formen. In den vergangenen Jahren haben Isabel Mundry Werke aus den bildenden Künsten und dem Theater sowie Eindrücke aus ihrer akustischen Umwelt dieses Ideal kritisch überdenken lassen. Seither arbeitet sie kompositorisch an Formen, die das Hören im Sinne eines Aufgreifens und Weitertragens wieder aufwerten, ohne auf das Schreiben von Partituren zu verzichten. Dafür bedarf es auch einer Revision der Idee, was kompositorische Techniken zu leisten haben. Die Gregorianischen Gesänge dienen ihr hier als Vorbild wie auch das Spätwerk von Samuel Beckett, das vergleichbare Modelle des Hörens im Medium der Schrift ausbildet.

Isabel Mundry, Komponistin, lehrt seit 2004 Komposition an der Zürcher Hochschule der Künste, seit 2011 zudem an der Hochschule für Musik und Theater München. 2002/03 war sie Fellow am Wissenschaftskolleg zu Berlin, 2017 beim Forscherkolleg Cinepoetics der FU Berlin. 2019 war sie Stipendiatin der Civitella Ranieri Foundation, 2020 der Wilhelm-Kempff-Stiftung in Positano. Ihr Werk umfasst zwischen der Kammermusik und dem Musiktheater alle Gattungen und ist immer wieder interdisziplinär ausgerichtet. Ihre Kompositionen wurden u. a. von Ensemble Intercontemporain, Arditti Quartet, Chicago Symphony Orchestra, Ensemble Modern, Ensemble Resonanz, der Musikfabrik NRW, London Sinfonietta und den Berliner Philharmonikern aufgeführt. Sie war Composer in Residence u. a. beim Lucern Festival, Gstaad Menuhin Festival, Takefu Festival (Japan), den Biennalen Lyon und Salzburg sowie bei der Staatskapelle Dresden. Sie ist Mitglied der Akademie der Künste in Berlin und der Bayerischen Akademie der Schönen Künste in München sowie der Akademie der Wissenschaften und der Literatur in Mainz.

 

Do 02.12.2021
18:15 Uhr

IFK - Internationales Forschungszentrum
Kulturwissenschaften
Reichsratsstraße 17
1010 Wien
Website des IFK

Eintritt frei

In Kooperation mit dem IFK 

Vergangene Veranstaltungen

Aus dem Haus. Tanzende Verhältnisse im Theater der Operette

Als Spielart der Boulevardkomödie unterhält die Operette seit ihren Anfängen in der Mitte des 19. Jahrhunderts eine enge Beziehung zur Großstadt, ihren Straßen und der Menge, die dort unterwegs ist. In Paris und anderen Metropolen Europas wurde diese Menge als Unruhestifterin seit 1789 gleich mehrfach auffällig. Zudem prägte sie das Stadtbild dadurch, dass sie im Vergnügungsleben ihrem Bewegungsdrang freien Lauf ließ.

Der Vortrag geht den Operettenchoreographien der mobil gemachten Menge nach und beleuchtet die Verquickungen dieses Unterhaltungstheaters sowohl mit der politischen Geschichte moderner Massenbewegungen als auch mit den industriellen Revolutionen in Verkehr und Technik, dank deren die Verhältnisse ständig neu zum Tanzen gebracht werden. Ihnen verdanken die Theaterfeste dieser turbulenten Musikdramen ein ebenso buntes wie nomadisches Personal, das den häuslichen vier Wänden – bis dahin typischer Komödienschauplatz – freiwillig den Rücken kehrt, wenn es denn überhaupt ein Heim besitzt.

Vortragende: Ethel Matala de Mazza 

Ethel Matala de Mazza ist Professorin für Neuere deutsche Literatur an der Humboldt-Universität zu Berlin. Ihre Forschungen gelten der Literatur- und Theoriegeschichte des politischen Imaginären, der Theorie und Ästhetik kleiner Formen sowie Wechselbeziehungen zwischen Demokratie und Massenkultur. 2018 erschien ihre Monographie Der populäre Pakt. Verhandlungen der Moderne zwischen Operette und Feuilleton (Frankfurt/Main: Fischer Verlag).

 

Do 11.03.2021 18:15

Diese Veranstaltung wird an dem oben genannten Termin online via Zoom unter diesem Link zur Verfügung stehen: https://us02web.zoom.us/j/89956066410


Hier finden Sie eine Aufnahme der Audiospur des Vortrags: https://www.ifk.ac.at/medien-detail/ethel-matala-de-mazza-aus-dem-haus-tanzende-verhaeltnisse-im-theater-der-operette.html​​​​​​​

Von Übermarionetten und somnambulen Schauspieler*innen

Welches künstlerische Potenzial bergen Zustände des Halbbewusstseins? Was haben Somnambule mit Marionetten gemein? Und welche Vorzüge halten diese gegenüber herkömmlichen Schauspieler*innen bereit? Rosemarie Brucher geht diesen Fragen auf den Grund.

Sowohl in Heinrich von Kleists Schrift Über das Marionettentheater (1810) als auch in Edward Gordon Craigs schauspieltheoretischen Überlegungen zur „Übermarionette“ am Beginn des 20. Jahrhunderts wird eine allzu große Bewusstheit der ausführenden Künstler*innen als nachteilig für den künstlerischen Prozess bewertet. Dem gegenüber stehen Versuche, Zustände des Halbbewusstseins, wie sie beispielsweise den Somnambulismus kennzeichnen, für die Kunst nutzbar zu machen. Deren Erschließung bildet das Zentrum der sich über die zweite Hälfte des 19. Jahrhunderts generierenden Psychowissenschaften und findet um 1900 nun auch Eingang in kunsttheoretische Fragestellungen. Der Vortrag fokussiert diese Adaptionen bewusstseinstheoretischer Überlegungen in einer Gegenüberstellung von Kleist und Craig und deren jeweiligen Überlegungen zur (Über-)Marionette.

Vortragende: Rosemarie Brucher

Do 12.11.2020 18:15
Musik und Kunst Privatuniversität der Stadt Wien

Johannesgasse 4a
1010 Wien

Brüder, Töchter, Freunde und verkleidete Frauen: Beethovens Transgressionen

aus der Reihe „TransXgression: Kunst – Skandal – Entgrenzung“

Der Vortrag kommentiert zunächst einleitend den Text der "Ode an die Freude", bekanntlich Europahymne seit 1986, um danach den Wandel des Frauenbildes zwischen 1805 und 1814, also zwischen "Leonore" und "Fidelio", zu beleuchten. Schließlich werden einige Filmszenen in Erinnerung gerufen und interpretiert, vorrangig aus Stanley Kubricks "A Clockwork Orange" (von 1971).

Thomas Macho ist seit 1. März 2016 Direktor des Internationalen Forschungszentrums Kulturwissenschaften (IFK)

Die Veranstaltung bildet den Auftakt der neuen Reihe MUK meets IFK.

Mi 4.12.2019 18:00
Musik und Kunst Privatuniversität der Stadt Wien

Erkersaal (2. Stock), Johannesgasse 4a
1010 Wien

In Kooperation mit dem IFK.


THE MUK

The MUK considers itself a progressive university of music and art that creates cultural values in the fields of music, dance, acting and singing. The MUK is the only university owned by the City of Vienna and brings together the best international young talent and outstanding lecturers.
 

CONTACT

 

Johannesgasse 4a
1010 Vienna
Austria

 

+43 1 512 77 47

 

+43 1 512 77 47-7913

 

office@muk.ac.at

Monday to Friday:
8:00 a.m. — 10:00 p.m. (Johannesgasse 4a, Bräunerstraße 5)
8:00 a.m. — 9:00 p.m. (Singerstraße 26)
Saturday: 8:00 a.m. — 6:00 p.m. (all sites)
Sundays and holidays: closed

 

    OPENING TIMES ADMISSION OFFICE

    OPENING TIMES CASH DESK

    OPENING TIMES LIBRARY