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LOCATION:Otto-Wagner-Kirche „Zum heiligen Leopold“ am Steinhof
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SUMMARY:Yiphtah and His Daughter
DESCRIPTION:„Staged Chorus“ für gemischten Chor mit Sopran- und Bariton-Soli sowie SchauspielerInnen, TänzerInnen und Instrumental-Ensemble
Chor des Studiengangs Musikalisches Unterhaltungstheater sowie Studierende der Instrumentalklassen der MUK
Jephtha, israelitischer General: Thomas WagenhammerSeine Tochter: Alexandra-Yoana AlexandrovaDer Herold: Inés VogtDer Trommel-Junge: Lukas Müller
Musikalische Leitung: Michael SchnackRegie: Nicole Claudia WeberChoreographie: Karen Henry
Yiphtah and His Daughter (1972) ist ein selten gespieltes Spätwerk des amerikanischen Komponisten Jean Berger. Berger war in den 1960er-Jahren einer der meistaufgeführten Komponisten der USA und ist bis heute vor allem innerhalb der lutheranischen Gemeinde für seine sakralen Chorstücke (Brasilian Psalm, The Eyes Of All, Four Devotional Songs) bekannt.
Bergers Yiphtah and His Daughter beruht auf einer Geschichte aus dem Alten Testament. Sie handelt vom israelischen General Jephtha und seiner namenslosen Tochter, die wegen eines väterlichen Eides vom ihm als Opfergabe getötet wird.
Berger, geboren als Artur Schloßberg in einer jüdischen Familie in Hamm, Westfalen, promovierte vor seiner Flucht vor den Nazionalsozialisten unter Heinrich Besseler an der Universität Heidelberg als Musikwissenschaftler. Für seine Bearbeitung des Jephtha-Stoffes verwendet Berger Textquellen von mittelalterlichen Dichtern wie Petrus Abaelardus (Frankreich, 11. Jahrhundert) und dem Minnesänger Hans Sachs (Deutschland, 16. Jahrhundert), außerdem hebräische Originaltexte aus dem Buch der Richter und ein Andachtsgedicht aus Mexiko (19. Jahrhundert). Sein tonaler Musikstil erinnert sowohl an die „Neue Sachlichkeit“ von Paul Hindemith als auch durch rhythmisch sich wiederholende, wortbetonte Elemente an Stücke von Carl Orff, den Berger für dessen Integration von Musik, Sprache, Theater und Tanz verehrte. 
Dieses halbstündige Stück, von Berger als szenisches Chorwerk („staged chorus“) konzipiert, lässt in seiner strengen, symmetrischen Architektur eine Vielfalt an Stilmitteln und Stimmungen erkennen: einen feierlichen gregorianischen Fauxbourdon; Jephthas herzzerreißendes a-cappella-Klagelied, metrisch frei gesungen; ein graziöses Tanzlied mit Tambourin für die Tochter und ihre Freundinnen; feine Komik im Spiel zwischen einem sprechenden Herold und seinem schelmischen Trommeljungen; ein heiteres Flötenduett basierend auf einer Planctus-Melodie von Abaelardus; und formelle, Ritus-artige Bewegungschöre (Prozession/Rezession) sowie zwei anmutige Tanzintermezzi.
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